Mut: Los! 
Friday, 30. December, 2005 - Gedanken und Gedichte
Mut: Los!

Ich wünsche mir Menschen,
eine Welt voller Menschen,
die sich mit der gleichen Phantasie,
mit der gleichen Kombinationsgabe
und mit den gleichen Gefühlen
so kompromißlos und brutal
den Starken zur Wehr setzen,
wie sie es stets gegen
vermeintlich Schwächere
versuchen.

(06/IV/99)
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Wenn Experten wie Katzen laufen 
Thursday, 29. December, 2005 - Medien, Allgemein
Vor einigen Jahren kam in Fernsehberichten eine Marotte auf, die heute fast ausnahmslos so zu beobachten ist: Bevor die zu befragende Person - meist ein recht unbekannter Experte oder Kommunalpolitiker - tatsächlich befragt wird, sieht man, wie diese beispielsweise ein Buch aus dem Bücherregal holt und darin stöbert, einen Gang entlangschreitet, durch eine Tür kommt, eine Treppe herabsteigt usw. Der Off-Sprecher nutzt dieses "Catwalking", um in der Zwischenzeit den Zuschauern weitere Informationen mitzuteilen.
   Sicherlich kann man in solche Berichte hie und da überflüssige Bilder einbauen, um Text und Bild synchron zu halten. Früher war diese Art und Weise allerdings kaum gebräuchlich: da wurde knapp gesprochen, der Zuschauer nicht mit zu vielen Bildern vom Inhalt abgelenkt und dem zu Befragenden sofort das Mikrofon unter die Nase gehalten. Weil man aber heute dieses Stolzieren fast ausnahmslos sieht, wirken die Berichte hölzern, als seien sie im 08/15-Format zusammengeschustert worden. Auch wirkt es recht albern, bisweilen sogar lächerlich, wenn diese Personen zum "Catwalk" ansetzen und dabei so tun, als bemerkten sie die laufende Kamera nicht.

Es sollte Katzen und Mannequins vorbehalten bleiben, sicheren Schrittes zu "catwalken".

- Catwalk
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O Deutschland, du mein hetzlich Land (3)  
Wednesday, 28. December, 2005 - Politik
Immer wieder diese Sozialbetrüger! Sie nutzen jede Möglichkeit aus, um sich an unserem Staat zu bereichern. Oder? Oder nicht?

Im Frühjahr 1997 gab die Bundestagsfraktion der SPD eine Broschüre für den Umgang mit Sozialbehörden heraus. Diese Broschüre enthielt zum Beispiel den Ratschlag, wie man etwa sein Auto, das man als Sozialhilfeempfäner nur in Ausnahmefällen besitzen darf, doch behalten kann, indem man es auf Freunde oder Verwandte überschreibt. Die Regierung aus CDU/CSU und FDP schimpfte ob dieser Hinweise auf ganz legale Tricks.
   Welch eine widersinnige Reaktion!
   Dieses öffentliche Lamentieren ist seltsamerweise nicht zu vernehmen, wenn Bücher wie "Der grosse Konz - 1000 ganz legale Steuertricks" herausgebracht werden oder Magazine à la Capital ihren Lesern erklären, wie sie weniger Steuern abführen müssen.
   Es ist zwar allzu verständlich, daß jeder bei der Steuer möglichst viel einsparen möchte, andererseits sollte sich jeder bewußt machen, daß Steuerzahlungen allen zugute kommen. Schulen, Kindergärten, Autobahnen, Büchereien, Hallenbäder usw. ließen sich nicht mehr bezahlen, wenn niemand mehr Steuern zahlte. Da wir uns längst in einer solchen Phase befinden, wird nach und nach alles abgeschafft oder privatisiert. Dies kann zu der absurden Situation führen, daß die Menschen einerseits die Dienstleistungen der privatisierten Unternehmen bezahlen, andererseits nach wie vor die gleichhohen Steuern abführen, obwohl der Haushalt nicht mehr mit den nun privatisierten Unternehmen belastet wird, somit eigentlich die Steuern sinken müßten.

Wer sind nun die Sozialschmarotzer: diejenigen, die dem Staat Millionen an Steuern vorenthalten und dennoch geachtet und geehrt werden, oder diejenigen, die sich als Empfänger staatlicher Leistungen vielleicht einige hundert Euro erschwindeln und dafür diffamiert und kriminalisiert werden?

- Wasserprediger und Weintrinker - Wie Reichtum vertuscht und Armut verdrängt wird, Dorothee Beck/Hartmut Meine, 1997, Steidl-Verlag
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O Deutschland, du mein hetzlich Land (2) 
Tuesday, 27. December, 2005 - Politik, Medien
Das Sozialschmarotzertum wird öffentlich angeprangert. Freilich meinen diejenigen, die das anprangern, nur Arbeitslose, Arme und sonstiges "Gesinde". Doch so leicht wird es den Leistungsempfängern nun auch nicht gemacht, den Staat zu betrügen, denn sollte man wirklich glauben, es gäbe in unserem Bürokratenland keinerlei Kontrolle, um einen massenhaften Mißbrauch zu unterbinden?
   In den Medien wird die Stimmung gegen mögliche Schmarotzer noch mit Berichten wie "Kontrolle im Wohnzimmer - Mit Sozialdetektiven unterwegs" angeheizt. Daß es Schmarotzer gibt, steht außer Frage; allerdings wird mit solchen Berichten der Eindruck erweckt, als sei der Mißbrauch keine Ausnahme, sondern die Regel.
   Auch wird nicht überprüft, ob solcher Mißbrauch möglicherweise aus einer Not heraus geschieht. Denn soviel Geld, wie oft suggeriert wird, ist das nicht: Sozialhilfe-, Hartz-IV- und Grundsicherungsempfänger verfügen als Haushaltsvorstand nach Abzug von Miete, Kranken- und Pflegeversicherung und GEZ-Gebühren netto über rund 350 Euro (Behinderte evtl. 50 Euro mehr). Diese Zahl muß man beachten und nicht die Bruttosumme, die bisweilen in den Medien herumschwirrt und den Eindruck erweckt, als erhielten die Leistungsempfänger so viel, daß sich das Arbeiten nicht lohne.
   Von diesem Geld sind noch die monatlichen Telefon- und Stromkosten abzuziehen, bei bestimmten Haushalten auch (anteilig) Gas. Kleidung oder elektronische Geräte müssen ebenfalls davon bezahlt werden. Für alles andere, was ein Leben in dieser Gesellschaft ausmacht, muß man selbst aufkommen, da die Sozialbehörden dies als Luxus betrachten: mit Freunden ausgehen, Kinobesuche, Internet, Versicherungen, Urlaub etc. pp.
   Zusätzlich werden die Leistungsemfänger in anderer Form benachteiligt: Aus dem ARD-Politmagazin Monitor, gesendet am 10.08.2000:

--- Zitatanfang ---

Prof. Hans-Georg Petersen, Universität Potsdam: "Es sind viele Gruppen entlastet worden, aber es sind einige entscheidende Gruppen auch mehr belastet worden. Zu diesen Gruppen gehören die Rentnerhaushalte, die Arbeitslosenhaushalte und die Sozialhilfeempfänger-Haushalte, weil bei ihnen alleine die entsprechende Mehrbelastung durch die Öko-Steuerreform greift, während sie einkommensteuerlich nicht entlastet werden können."

Weil Rentner wie Walter Lansink eben erst gar keine Einkommensteuer zahlen. Schröders Reform wirkt sich bei ihm so aus: 13.000 Mark Jahreseinkommen, Einkommensteuer gibt's keine zurück, aber durch die Öko-Steuer 120 Mark Mehrbelastung im Jahr.

--- Zitatende ---

(In der Zwischenzeit sind die Stromkosten drastisch angestiegen, so daß die Leistungsempfänger noch stärker belastet werden.)

- Monitor, Steuerreform - Familien und Rentner benachteiligt
(Leider ist im Monitor-Archiv der Beitrag bloß noch als PDF-Datei abzurufen. Und das auch nur, wenn man den Beitragsinhalt kennt und ihn über ein Stichwort in der Suchmaske findet. Allein über diesen Umweg gelangt man an bestimmte Berichte des seit 1998 geführten Archivs, da der Klick auf ältere Sendungen und Beiträge automatisch zurück zur Startseite führt. Das ist unfreundlich und inakzeptabel, werden dem interessierten Zuschauer, der mit seinen GEZ-Gebühren auch diese Politmagazine bezahlt, solche Informationen vorenthalten.)
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O Deutschland, du mein hetzlich Land 
Monday, 26. December, 2005 - Politik, Medien
Ist Deutschland ein Land der Schmarotzer? Diesen Eindruck muß man gewinnen, denkt man man Helmut Kohls "kollektiven Freizeitpark", Gerhard Schröders "kein Recht auf Faulheit", Wolfgang Clements "Abzocker" und die vielen anderen Beleidigungen, die diätensatte Politiker und profitmaximierende Manager immer wieder offen oder versteckt an die Adresse der schwächsten Glieder einer Gesellschaft richten. Wohlkalkuliert äußern sie so etwas gerne salopp in der Bild-Zeitung oder vordergründig seriös im Spiegel, und sie können sich damit sicher sein, daß ihre Äußerungen auf fruchtbaren Gedankenboden fallen werden.
   Wäre Hetze hier nicht das richtige Wort der Wahl? Oder gar Volksverhetzung, wie sie das Strafgesetzbuch versteht:

§ 130 Volksverhetzung

(1) Wer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören,

      1. zum Haß gegen Teile der Bevölkerung aufstachelt oder zu Gewalt- oder Willkürmaßnahmen gegen sie auffordert oder
      2. die Menschenwürde anderer dadurch angreift, daß er Teile der Bevölkerung beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet,

wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.


Es scheint, als wollten Politiker, aber auch Wirtschaftsbosse und sonstige interessierte Kreise die Bevölkerungsschichten gegeneinander abgrenzen, um ja keine Solidarität und damit die Macht der Masse aufkommen zu lassen. Wie erstaunlich ist es, wenn ausgerechnet sie Kritik an hohen Managergehältern zum Sozialneid erklären und gleichzeitig armen Menschen eine Mitnahmementalität vorwerfen.

- Strafgesetzbuch, § 130 Volksverhetzung

- Labournet, "Faulenzer"-Debatte die x-te - Arbeitslose sind faul und die Erde eine Scheibe

- Prof. Rainer Roth, Zu den ökonomischen Hintergründen der Agenda 2010

- taz, 08.11.2005, Der denunzierte Sozialstaat
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Leistung lohnt sich - nicht! 
Sunday, 25. December, 2005 - Politik, Gedanken und Gedichte
Spitzengehälter steigen und steigen, doch Otto Normalverdiener hat immer weniger in der Tasche. Doch womit werden diese gewaltigen Gehaltsunterschiede begründet: Verantwortung, Leistung, Arbeitszeit?

Das kann es eigentlich nicht sein. Viele "normale" Berufe fordern eine große Verantwortung der Angestellten, etwa der einer Krankenschwester. Doch wollte man behaupten, sie bekäme ein nur annäherend so hohes Gehalt wie der große Verantwortung tragende Manager? Und wie sieht es mit der Berufstätigen aus, die nach Feierabend noch putzen geht, um über die Runden zu kommen? Auch sie leistet viel und arbeitet lange, doch von einem Lohn, der zu mehr als dem monatlichen Lebensbedarf ausreicht, kann sie nur träumen.

Wahrscheinlich waren es einst Manager, die nach einer Begründung für ihre obszön hohen Gehälter suchten, und da ihnen nichts Besseres einfiel, behaupteten sie eben, sie trügen eine größere Verantwortung,leisteten und arbeiteten mehr als andere.
   Wenn heute ein Guido Westerwelle wie eine Aufziehpuppe unablässig davon spricht, Leistung müsse sich (wieder) lohnen, so möge man diesen Mann schleunigst aus der Politik entfernen, denn offensichtlich weiß er nicht, wovon er spricht. Seine einzige Leistung besteht darin, ständig die gleichen Worte zu wiederholen und darauf zu hoffen, daß sie irgendwann als wahr anerkannt werden. Dankbare Schreiberlinge oder Rederunden à la Christiansen als Plattform finden sich ja leider genug, was man daran merkt, daß Westerwelles Unfugsworte überhaupt allgemein bekannt sind.

- ver.di Bildung + Beratung: Managergehälter 2004
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Weihnachslied, chemisch gereinigt (Erich Kästner) 
Saturday, 24. December, 2005 - Kabarett und Satire, Gedanken und Gedichte
Erich Kästner

Weihnachtslied, chemisch gereinigt


(Nach der Melodie: "Morgen, Kinder, wird's was geben!")

Morgen, Kinder, wird's nichts geben!
Nur wer hat, kriegt noch geschenkt.
Mutter schenkte Euch das Leben.
Das genügt, wenn man's bedenkt.
Einmal kommt auch eure Zeit.
Morgen ist's noch nicht soweit.

Doch ihr dürft nicht traurig werden.
Reiche haben Armut gern.
Gänsebraten macht Beschwerden.
Puppen sind nicht mehr modern.
Morgen kommt der Weihnachtsmann.
Allerdings nur nebenan.

Lauft ein bißchen durch die Straßen!
Dort gibt's Weihnachtsfest genug.
Christentum, vom Turm geblasen,
macht die kleinsten Kinder klug.
Kopf gut schütteln vor Gebrauch!
Ohne Christbaum geht es auch.

Tannengrün mit Osrambirnen -
Lernt drauf pfeifen! Werdet stolz!
Reißt die Bretter von den Stirnen,
denn im Ofen fehlt's an Holz!
Stille Nacht und heil'ge Nacht -
Weint, wenn's geht, nicht! Sondern lacht!

Morgen, Kinder, wird's nichts geben!
Wer nichts kriegt, der kriegt Geduld!
Morgen, Kinder, lernt fürs Leben!
Gott ist nicht allein dran schuld.
Gottes Güte reicht so weit ...

Ach, du liebe Weihnachtszeit!


Dieser Text wurde der lesenswerten Seite Labournet.de entliehen.

Mit Dank an Werner Schlegel für den Hinweis auf dieses Erich-Kästner-Gedicht.
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Die abgelaufene Kulturzeit 
Friday, 23. December, 2005 - 9/11 - Der 11. September 2001, Medien
Aus einer E-Mail vom 22.07.2005 an die Redaktion der 3sat-Sendung "Kulturzeit":

Date: Fri, 22 Jul 2005 21:36:52 0000
To: "3sat / Kulturzeit" <kulturzeit@3sat.de>
Subject: Divergente Meinungsfreiheit

Sehr geehrte Damen und Herren,

in Ihrer heutigen Sendung (22.07.2005) fragten Sie wieder einmal, wie dem Terrorismus zu begegnen sei. Einen ersten Ansatz dazu kann ich Ihnen gerne nennen.
   Wie wäre es beispielsweise damit, daß Sie nach fast einem Jahr die falsche Behauptung von Ihrer Kulturzeit-Seite nehmen, daß "31 Prozent der deutschen Jugendlichen unter 30 Jahren glauben, dass Juden und Amerikaner hinter den Anschlägen vom 11. September stecken"? (Bericht "Septemberlügen", http://www.3sat.de/kulturzeit/themen/70263/) Denn Sie dürften doch in den vergangenen Monaten genügend Zuschauerpost erhalten haben, in der Sie auf diese falsche Behauptung hingewiesen worden sind.

"Die Zeit" hatte am 30.04.2003 eine Forsa-Umfrage veröffentlicht, in der unter anderem gefragt wurde: "Glauben Sie, dass die US-Regierung die Anschläge selbst in Auftrag gegeben hat?" Dies bejahten 31 Prozent der Menschen "unter 30".
   Wie Sie erkennen, wurde nicht nach Juden und Amerikanern gefragt, sondern nach der US-Regierung.
   Außerdem ist die von Ihnen aufgestellte Behauptung recht widersinnig, denn Sie werfen Religions- und Staatszugehörigkeit in einen Topf. Wie unsinnig das ist, erkennen Sie an der folgenden Fragestellung: Sind Deutsche und Christen verantwortungslos? Oder: Sind Moslems und Iraner schuldig?
   Ich hoffe, Sie erkennen den Unterschied.

Worüber ich mich seinerzeit ebenso gewundert habe, war Ihre mangelnde Überprüfung der Zahlen (von denen ich nicht genau weiß, ob diese von Ihnen oder dem Wissenschaftler Lars Rensmann stammen, da Sie seine mögliche Behauptung nicht als Zitat gekennzeichnet haben). Während Sie nämlich bei jenen Autoren, die kritisch über den 11.9. schrieben (Gerhard Wisnewski, Matthias Bröckers, Andreas von Bülow), einen hohen Maßstab an deren Aussagen anlegten, schien das für die Wissenschaftler Lars Rensmann und Tobias Jaecker nicht zu gelten. Diese durften mühelos eine Kette vom 11.9. zu Verschwörungstheoretikern hin zum Antisemitismus bilden, ohne daß dies auch nur ansatzweise für eine Theorie gehalten wurde.
   Der Skandal ist jedoch weniger, daß diese Jungwissenschaftler dies behaupten, sondern daß anscheinend bei 3sat gewünscht war, einen solchen Beitrag zu senden, um Skeptiker an der offiziellen Version des 11.9. in die rechte Ecke zu stellen. Von Kulturzeit hätte ich zu diesem Thema jedoch eher eine Auseinandersetzung denn Polemik erwartet. Zum Beispiel über die nach wie vor nicht vorhandenen Beweise - ich spreche nicht von Behauptungen! - der Tatverantwortung Attas & Co. Oder den ausgebliebenen Veröffentlichungen der Kamerabilder des Sheraton-Hotels, der Gas-Tankstelle, der Verkehrsüberwachung und des Pentagons selbst. Oder daß die vermuteten Attentäter über ein DNA-Ausschlußverfahren, jedoch nicht eine DNA-Identifikation ermittelt worden sein sollen. Warum höre ich hier von Ihnen lediglich in einem Halbsatz, die alles sei widerlegt, obwohl Ihre Behauptung doch gar nicht der Wahrheit entspricht?

(...)

Daß ich Ihnen erst jetzt diese Zeilen schicke, hängt mit Ihren Berichten zusammen, die Sie in den letzten Sendungen über Terrorismus und Meinungsfreiheit brachten. Wahrscheinlich ist es aber wiederum nicht konform, wenn ich Sie darauf hinweise, daß ich gerne von Ihnen einen Beitrag über Meinungsfreiheit hierzulande gesehen hätte, als der WDR öffentlich erklärte, dem Autorenduo Gerhard Wisnewski und Willy Brunner nach ihrer Dokumentation "Aktenzeichen 11.9. ungelöst" (20.06.2003, WDR) keinerlei Aufträge mehr zu erteilen. Für Freiberufler kann dies existenzgefährdend sein, zumal Wisnewski/Brunner aufgrund vieler Dokumentationen und Reportagen für den WDR sehr an diesen Sender gebunden waren.

(Übrigens findet sich auch auf den 3sat-Seiten eine Doku des Duos aus dem Jahre 2000: "Am Himmel gibt es keine Bremsspuren - Wie Flugunfälle aufgeklärt werden" http://www.3sat.de/kulturzeit/themen/70263/) [Hier nannte ich versehentlich eine falsche Adresse; die richtige lautet: http://www.3sat.de/service/pressetreff/20102001_9.html]

Auch sähe ich es gerne, wenn Sie über die ungesetzliche Inhaftierungen - von KZ-ähnlichen Zuständen darf man wohl nicht reden? - auf Guantanamo ebenso oft wie über den Terrorismus und dessen Umstände diskutierten. Denn es ist doch eine mangelnde Wahrnehmung der Wirklichkeit, wenn täglich in den Nachrichten über Terror berichtet wird, Menschen jedoch vor den Augen der Welt zu Rechtlosen erklärt und auf unbestimmte Zeit festgehalten werden - und das ausgerechnet von jenem Land, das eine große Demokratie sein will...! Ab wann darf man denn nach Ihrer Auffassung davon sprechen, daß in den USA eine Diktatur, wenn auch in leicht verändertem Gewand als in früheren, herrscht? Oder ist dies eine mangelnde Wahrnehmung der Wirklichkeit meinerseits?
   Was die Herren Wisnewski und Brunner anbetrifft, so überlege ich, ob für Kulturzeit nur dann Meinungsfreiheit und mangelnde Obrigkeitsgläubigkeit gilt, wenn konformistische Journalisten in die Mühlen des System geraten? Zumindest stellt sich die Frage, wie ernst Ihre Beiträge über Meinung und Meinungsfreiheit tatsächlich zu nehmen sind, wenn man eine einseitige Betrachtungsweise feststellen muß.

Mit freundlichen Gruß

Marco Müller

*   *   *

Leider hielt es die "Kulturzeit"-Redaktion für unnötig, auf meine Zeilen in irgendeiner Weise zu reagieren. Etwa, indem sie erklärt hätte, weshalb sie an der offensichtlichen falschen Aussage des Herrn Lars Rensmann festhält, oder indem sie wenigstens die falsche Aussage korrigiert hätte.
    Eine Nachfrage bei der Redaktion am 10.09.2005 blieb ebenfalls unbeantwortet, weshalb nun davon ausgegangen werden muß, daß "Kulturzeit" absichtlich an der falschen Aussage festhält.

Das wirft die Frage auf, was man bei "Kulturzeit" möglicherweise noch alles zurechtbiegt, um zu dem Welt- und Kulturbild zu kommen, das man der Zielgruppe zu übermitteln trachtet.
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Bettlägerige Journalisten 
Thursday, 22. December, 2005 - Medien
Gerhard Wisnewski schreibt heute auf seiner Seite:

"Laut tagesschau.de gaben sich deutsche Soldaten in Bosnien als Journalisten aus, um Angehörige von Inhaftierten auszuhorchen. Statt als Artikel, wie den Betroffenen vorgelogen, erschien das Material dann als Geheimdienstbericht. Die Verwischung von Journalismus und Soldatenhandwerk kann freilich nur Laien überraschen." [mehr...]

Diese Verwischung von Journalismus und Soldatenhandwerk muß in der Tat nicht überraschen, erlebten wir doch ähnliches schon im letzten sogenannten Irakkrieg. Selbstverständlich war das kein Krieg, sondern der Überfall einer waffenstrotzenden Nation auf einen souveränen Staat. Ob es sich bei diesem souveränen Staat um eine echte Diktatur oder eine scheinbare Demokratie handelte, sei dahingestellt, denn die USA hatten noch nie Probleme mit diktatorischen Systemen, solange es die "richtigen" waren.
   Man stelle sich vor, ein Dutzend junger Männer, gut bestückt mit Pistolen, Messern und Baseballschlägern, greifen einen Rentner an, der bestenfalls mit Worten statt mit Waffen umgehen kann. Wer würde hierbei glauben, es handele sich um eine Auseinandersetzung gleichstarker Gegner? Und wer wollte glauben, daß es zwischen den USA und dem Irak eine Auseinandersetzung zwischen ebenbürtigen Kräften, also einen Krieg gegeben hätte?

Die Dauer der Kampfhandlung kann ein Maßstab dafür sein, ob sich Gleichwertige auseinandersetzen. Insofern muß man sich fragen: Wenn die USA am 20. März 2003 den Irak angreifen und US-Präsident Bush am 1. Mai 2003 auf dem Flugzeugträger USS Abraham Lincoln sein "Mission accomplished" verkündet, sollte man dann wirklich davon ausgehen, es habe ein fairer Kampf stattgefunden, in dem der eine den anderen niedergerungen hat?
   Daß dennoch nicht wenige Menschen glauben, es handelte sich um einen Sechswochenkrieg und nicht um das, was es tatsächlich war, nämlich eine Provokation, ein Überfall, ein von vornherein sicherer Sieg über einen völlig unterlegenen Gegner, liegt nicht eben wenig an der Berichterstattung jener Journalisten, die die US-Streitkräfte im "Kampf" begleiteten. "Embedded" oder "eingebettet" nannte man das. (Halb zog man ihn, halb sank er hin?) Allerdings wäre es töricht von den Lesern und Zuschauern gewesen, hätten sie von solchen Journalisten erwartet, daß diese dennoch knallhart, kritisch und neutral von dem Geschehen berichten. Dieses Geschehen, daß kein Krieg war, sondern nur ein weiterer Raubüberfall jener Militärmacht, die ihren Terror und ihr Morden als Verteidigungsmaßnahme verklärt und Begriffe wie Demokratie und Freiheit für ihre Machtansprüche instrumentalisiert.

Saddam Hussein hatte damals seine guten Gründe, Kuweit zu überfallen, denn gute Gründe lassen sich jederzeit finden, selbst wenn sie noch so absurd sind. Etwa die Behauptung, Deutschland müsse auch am Hindukusch verteidigt werden. Ein Journalist sollte solchen rhetorischen Unfug keinesfalls durchgehen lassen, und erst recht sollte sein Handwerk nicht darin bestehen, sich immer wieder bei den Mächtigen anzubiedern, um mit tösenden Elefantenschlagzeilen zu glänzen, obwohl sich dahinter nur müde Mückengeschichten verbergen.

Verkleiden sich Soldaten als Journalisten, oder sind Journalisten nicht längst zu Soldaten geworden: der Anzug als Uniform, das Mikrofon als Waffe, die Meinungshoheit als Hoheitsmeinung?

*   *   *

Nachtrag: Letzter Absatz neu verfaßt. Der Artikel wurde am 29.12.2005 mit dem Titel "Journalismus: Das Mikrophon als Waffe" auf www.gerhard-wisnewski.de veröffentlicht.
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Gnothi se auton - Erkenne dich selbst 
Wednesday, 21. December, 2005 - Gedanken und Gedichte
"Es bleibt aber die Sehnsucht, erlöst zu werden. Und erlöst zu werden von einem anderen - nicht von sich selbst. In der Liebe erhofft man sich immer, von dem anderen erlöst zu werden; insofern, als daß man die ganzen Rollenspiele aufgibt und ein für allemal sagt: mich interessiert jetzt überhaupt nichts mehr, was alle anderen von mir denken, sondern diese Frau, die ich jetzt liebe, die erlöst mich, indem sie eine Sache in mir sieht, die ich selbst bin. Und statt sich die dauernde Rückversicherung der anderen zu beschaffen, oder die absolute Heiligsprechung und Erlösung von einem, den sie lieben - oder der sie liebt -, die hätten es doch soviel einfacher, wenn sie einmal das 'Gnothi seauton', sich selbst erkennen würden. Und mit diesem Bild von sich dann leben."

Volker Schlöndorff in:

Es wäre besser, ein anderer zu sein - Die filmischen Spekulationen des Volker Schlöndorff (D 1991)


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Diskutieren Sie mit! 
Tuesday, 20. December, 2005 - 9/11 - Der 11. September 2001, Allgemein
Nun ist auch das alte Forum auf Gerhard Wisnewskis neue Seite vollständig umgezogen. Diskutieren Sie mit über die Widersprüche des 11. Septembers und den Zweifeln an den Flügen zum Mond.

Sie meinen, das seien doch bloß Verschwörungstheorien? Ganz bestimmt sogar sind sie das - aber von welcher Seite?

- Forum des Autors und Filmemachers Gerhard Wisnewski
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Hetzen, hetzen und die Messer wetzen 
Monday, 19. December, 2005 - Politik
Wie hoch wogen doch die Massenmedienwellen nach den unsäglichen Äußerungen des iranischen Präsidenten Ahmadinedschad. Allerdings lassen beide Seiten jegliches Augenmaß fehlen, als ob sie nicht wüßten, daß es nicht nur weiß und nicht nur schwarz gibt. So sollte man, ja, man muß selbständig die Grautöne entdecken, indem man sich informiert, statt irgendwann den Hetztiraden einer der beiden Seiten zu erliegen:

- Muslim-Markt, Was will Ahmadinejad eigentlich?

- Telepolis, "FC Dschihad" gegen "SC Holocaust"?
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Foltergesellenbrief 
Sunday, 18. December, 2005 - Politik
Gerhard Wisnewski schrieb heute:

--- Zitatanfang ---

Der neue Innenminister Schäuble bringt zunehmend alles durcheinander. In Bezug auf die Folterdiskussion sagte er jetzt laut Spiegel online: Wer jede Information zurückweise, bei der man nicht sicher sein könne, dass sie den "Begrenzungen unseres Rechtsstaates entsprechen", der lade Verantwortung auf sich, nicht alles zur Verhinderung eines Verbrechens getan zu haben.

Umgekehrt, Herr Schäuble, umgekehrt: Wer Informationen, die durch ein Verbrechen gewonnen wurden, nicht zurückweist, macht sich mitschuldig an dem Verbrechen.

--- Zitatende ---

Vollständiger Artikel unter: News: Schäuble macht sich mitschuldig

Mal sehr ernsthaft gefragt: Worin besteht eigentlich die Qualifikation der Herrschenden: möglichst viel Unsinn reden und nur dann demokratisch zu denken und zu handeln, wenn es ihnen rein aus politischem Kalkül sinnvoll erscheint?
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Vereinigte Schurkenstaaten von Amerika 
Saturday, 17. December, 2005 - Politik
"US-Präsident George W. Bush hat die Verantwortung für Lauschangriffe innerhalb der USA durch den Geheimdienst NSA übernommen." Das ist heute in den Onlineausgaben einiger Zeitungen zu lesen.
   Wieder einmal versucht die US-Regierung unter Bush, sich aus Situation herauszumogeln, indem sie erklärt, im Kampf gegen den Terrorismus seien solche Abhörmaßnahmen für den Schutz der amerikanischen Bürger notwendig gewesen. Das mag ja stimmen, aber zum einen waren diese Maßnahmen illegal, zum anderen findet sich immer eine Begründung, warum etwas notwendig ist.
   Bevor Bush wiederum Ausreden erfindet, möge er erst einmal den Grund für den weltweiten Kampf gegen den Terrorismus, nämlich den 11. September, ordentlich aufklären lassen. Ansonsten sind all die Begründungen, warum etwas notwendig sein soll, nichts anderes als Staatswillkür - und das ist letztendlich Diktatur.
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11.9. - Wieder eine Kommission? 
Friday, 16. December, 2005 - 9/11 - Der 11. September 2001
Mathias Bröckers schrieb gestern in seinem Writersblog:

--- Zitatanfang ---

"Able Danger" Hearing kommt!

Für den republikanischen Abgeordneten Curt Weldon ist es "ein Skandal größer als Watergate", dass die Erkenntnisse des Geheimdienstprogramms "Able Danger" über Mohamed Atta und seine Terrorkomplizen nicht genutzt wurden, die Anschläge des 11.9. zu verhindern. (...) Nachdem 246 Abgeordnete des Repräsentantenhauses jetzt in einem Brief an Donald Rumsfeld eine Anhörung gefordert haben, hat das Verteidigungsministerium einem öffentlichen Kongreß-Hearing zugestimmt - es soll im Januar stattfinden.

--- Zitatende ---

Es bleibt wieder einmal zu hoffen, daß eine Untersuchungskommission auch tatsächlich aufklärt und nicht eine bloße Alibifunktion erfüllt - siehe den Report der 9/11-Kommission -, um lediglich gewünschte Themen auf die Tagesordnung zu setzen.
   Da nach den Anschlägen des 11. Septembers der Nato-Bündnisfall erklärt wurde, wäre es nur recht und billig, daß diese Tat auch von einer internationalen Kommission untersucht wird. Denn wer würde einen Polizisten, den man vielleicht nicht eines Mordes verdächtigt, aber Zweifel an seiner Integrität hat, weil er die Ermittlungen verschleppte, später mit einer weiteren Untersuchung dieses Mordfalles beauftragen?
   Nun ja, möglicherweise in Schweden nach dem Mord an Olof Palme, als Polizeichef Hans Holmér bestimmte Spuren nicht verfolgen wollte und gelogen hatte, was sein Alibi für den Tatabend betraf. Oder in den USA, als die 9/11-Kommission sich nicht daran störte, daß es keinen gerichtsverwertbaren Beweis dafür gab (und gibt), daß die mutmaßlichen neunzehn Entführer tatsächlich an Bord der Flugzeuge waren.

- Zoom, Die schwedische Stay-behind-Truppe ...

- Berliner Zeitung, Eine Spur führt zu den Spurensuchern
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Oberflächlichkeiten 
Thursday, 15. December, 2005 - Gedanken und Gedichte
Oberflächlichkeiten

Die Finger habe ich mir schon
an heißen Herdplatten verbrannt,
auch die Kniescheiben und Hände
am spröden Asphalt abgeschürft,
erst recht den unnachgiebigen Kopf
an rauhen Wänden aufgestoßen,
doch keine Oberflächlichkeit
wußte mich mehr zu verletzen,
als die eines einzelnen Menschen.

(06/X/99)
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Einigkeit und Recht und Freiheit 
Wednesday, 14. December, 2005 - Kabarett und Satire
Wann haben Sie sich zuletzt Ihre (deutschen) Euro-Münzen genauer angeschaut? Wüßten Sie zu auf Anhieb zu sagen, ob und was auf dem Rande der Ein- und Zwei-Euro-Münzen steht? Richtig! Auf dem Ein-Euro-Stück steht nichts, auf dem Zwei-Euro-Stück "Einigkeit und Recht und Freiheit".

Sie sehen also, daß hierzulande Einigkeit und Recht und Freiheit entweder gar nicht oder bestenfalls am Rande erwähnt werden.

- Ein deutsches Anti-Geschichtsbuch in zwei Bänden von Bernt Engelmann:
  Wir Untertanen
  Einig gegen Recht und Freiheit

- Geschichte wird von unten geschrieben: über das Werk Bernt Engelmanns

- Junge Welt, Der lange Weg an die Macht (Teil II)

- Euro-Banknoten und -Münzen


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Ein ganz demokratischer Mord? 
Tuesday, 13. December, 2005 - Politik

Und wieder ist ein Mensch in den USA hingerichtet worden. Diesmal wurde Stanley "Tookie" Williams getötet. Ausgerechnet in einem Land, das ständig von Werten wie Demokratie und Freiheit spricht und doch mit seinen Hinrichtungen in einer Linie mit Ländern wie China, Iran und Vietnam steht.
   Können wir die Vereinigten Staaten überhaupt noch als demokratisch ansehen oder handelt es dabei nicht längst um einen totalitären Staat? Man

- befürwortet Folter, um Geständnisse zu erpressen,

- läßt Häftlinge über Jahre in Todesangst dahinsiechen, um sie schließlich staatlich sanktioniert zu töten,

- schränkt Bürgerrechte in einem Maße ein, daß kaum noch von Rechten die Rede sein kann,

- ermordet mit ferngesteuerten Raketen angebliche Terroristen, selbstverständlich ohne Gerichtsverfahren ("zielgerichtete Tötungen"),

- will Kriegsverbrecher vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag sehen, lehnt diesen allerdings als Gerichtsbarkeit für eigene Bürger ab (dies gilt ebenso für China, Libyen, Israel und einige weitere Staaten),

- wirft anderen Staaten vor, Massenvernichtungswaffen zu herzustellen, verweigert jedoch UN-Waffeninspekteuren den Zutritt zu den Laboren, Produktions- und Lagerungsstätten der eigenen Massenvernichtungswaffen.

Die Liste ist keineswegs vollständig, aber sie wirft die Frage auf: Was ist an den Vereinigten Staaten noch demokratisch? Denn es genügt nicht - ähnlich dem Pawlowschen Reflex -, den Begriff Demokratie lediglich zu erwähnen, um als eine Demokratie zu gelten. Auch die DDR beanspruchte für sich, demokratisch zu sein; sie trug dies sogar im Staatsnamen. Doch wollte man von der DDR behaupten, sie sei demokratisch gewesen? Nun, sie war jedenfalls so "demokratisch", wie es die Vereinigten Staaten heute sind.

- Deutsche Welle, Dossier über die Todesstrafe: "Informationen über eine archaische Strafe, die in den USA und in China zum Alltag gehört."

*   *   *

Nachtrag: Dieser Artikel wurde am 13.12.2005 auf www.gerhard-wisnewski.de unter "News" veröffentlicht.
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Der 11.9. - Unkritisch und gebührenfinanziert 
Monday, 12. December, 2005 - 9/11 - Der 11. September 2001

Allmählich dringen die Widersprüche des 11. Septembers, die etablierte Medien gerne als spinnerte und paranoide Verschwörungstheorien bezeichnen, in das Blickfeld einer breiteren Öffentlichkeit. Zumindest in den USA. Ob sich ebenso in Deutschland jene Fernsehsender und Meinungsblätter, die bisher krampfhaft an der offiziellen 9/11-Version festhielten, endlich zu einer vernünftigen Berichterstattung durchringen werden, steht hoffentlich nicht in den Sternen.

Die deutschen Medien brauchten noch nicht einmal händeringend nach Material zu suchen: Im "Giftschrank" des WDR liegt die Dokumentation "Aktenzeichen 9/11 ungelöst", die das Autorenduo Gerhard Wisnewski und Willy Brunner für den Sender hergestellt hatte und am 20.06.2003 um 23 Uhr ausgestrahlt worden war. Wesentlich mehr Zuschauer, als der WDR sonst um diese Zeit hatte, wollten diese Dokumentation sehen.
   Ursprünglich wollte man sie kurz danach auf Phoenix wiederholen, doch dann behielt sich der WDR vor, sie selbst erneut zu senden - eigentlich zu senden. Denn auf einmal sollte diese Dokumentation, die selbstverständlich vor der Ausstrahlung vom Sender geprüft und abgenommen wurde, Mängel und abenteuerliche Thesen enthalten haben. Doch nicht nur das: Wisnewski und Brunner sollten keine Aufträge mehr vom WDR erhalten!

Woher kam dieser plötzliche Sinneswandel? Verwundernswert war zumindest, daß der Spiegel bereits vor den Autoren wußte, daß sie nicht mehr für den WDR arbeiten durften. Ausgerechnet jener Spiegel, der sich nicht nur weigerte, ansatzweise über die Widersprüche und offenen Fragen des 11. Septembers zu berichten, sondern aktiv gegen jene Leute anschrieb, die nach seiner Sicht Verschwörungstheoretiker waren.
   Ein wahrlich seltsames Verhalten für ein Blatt, das sich Nachrichtenmagazin nennt. Dieses Verhalten wirft zudem die Frage auf, ob der Spiegel möglicherweise auch bei seinen vielen, vielen anderen Artikeln kritische Stimmen unberücksichtigt läßt und lieber einseitig berichtet.

Ruft man heute das Doku-Archiv auf den Seiten des WDR auf, findet man statt "Aktenzeichen 11.9. ungelöst" nur eine leere Seite. Doch wie kann es ein solcher Sender die Frechheit besitzen, allein darüber zu bestimmen, welche kritische Stimmen in seinem Programm erscheinen? So ungern es die öffentlich-rechtlichen Sender inzwischen hören, aber noch immer existieren sie aufgrund der üppigen Gelder der Gebührenzahler. Diesen Gebührenzahlern sind sie verpflichtet!
   Klaus Bednarz, der lange das WDR-Politmagazin Monitor leitete, meinte vor vier Jahren in einem Zeitungsinterview, das der Auftrag der öffentlich-rechtlichen Sender nicht Unterhaltung, Unterhaltung, Unterhaltung laute, sondern Bildung, Information, Unterhaltung. Auch die Dokumentation "Aktenzeichen 11.9. ungelöst" ist gebührenfinanziert, und es ist die verdammte Pflicht des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, in gleichem Maße solche kritischen Beiträge zu produzieren und zu senden, wie dies fortwährend bei diesen vielen unkritischen Sendungen geschieht.
   Niemand muß inhaltlich mit kritischen Beiträgen übereinstimmen, aber sobald diese bereits von vornherein ausgeschlossen werden, bedeutet dies Meinungskontrolle: Wenn bestimmte Informationen, die zu einer Meinungsbildung beitragen, selbst in scheinbar kritischen Beiträgen unterschlagen werden, wird sich bei den Zuschauern stets nur die Meinung herausbilden können, die erwünscht ist.

Im Falle des 11. Septembers lautet diese Meinung: Alles nur Verschwörungstheorie!


- Rezension zu "Aktenzeichen 11.9. ungelöst"

- "Ein Film über den 11.9. und seine Folgen"

Gerhard Wisnewski schrieb vor drei Tagen in einem Artikel auf seiner Seite:

"Fragen Sie hier den WDR, wann er endlich den Film 'Aktenzeichen 11.9. ungelöst' wieder zeigt, der von IHNEN mitbezahlt wurde, bevor das Thema noch von der Bild-Zeitung aufgegriffen wird. Setzen Sie sich dafür ein, daß die peinliche und verfassungswidrige Zensur des WDR endlich ein Ende hat."
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Wir reformieren uns zu Tode 
Sunday, 11. December, 2005 - Politik
Wie oft hörten wir in den vergangenen Jahren dieses eine Wort: Reform. Es wurde so oft mißbraucht, daß sein ursprünglicher Sinn allmählich in Vergessenheit gerät. Reform besagt vor allem Umgestaltung oder eine Verbesserung des Bestehenden. Angesichts der Menschen, die diese Schröderschen Reformen, die nun von der großen Koalition fortgesetzt werden, über sich ergehen lassen mußten, ist natürlich die Frage, worin die Verbesserung des Bestehenden lag, liegt und liegen wird.
   Der Witz bei der ganzen Sache: Es ist nicht einmal gesagt, daß bestimmte Reformen überhaupt etwas bringen - zumindest für das Volk selbst.

Die empfehlenswerte Seite zu diesem Thema: NachDenkSeiten. Diese Seite gehört Albrecht Müller, der das faszinierende Buch "Die Reformlüge" geschrieben hat.
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Verschwörungstheoretiker? 
Saturday, 10. December, 2005 - 9/11 - Der 11. September 2001, Medien
Seit dem 11.09.2001 ist man "dank" der Medienberichterstattung schnell bei der Hand, jene als Verschwörungstheoretiker zu bezeichnen, die nicht jeden Artikel gewisser Edelfedern - auch Journalisten genannt - abnicken. Das ist eine Unverschämtheit sondergleichen, bereitet dies doch den Boden dafür vor, als mündiger Bürger tatsächlich stets das "Richtige" zu denken. Wer hingegen Zweifel anmeldet, ob das denn wirklich alles der Wahrheit entspricht, was deutsche Zeitungen bei New York Times oder Washington Post abschreiben oder den Stellungsnahmen der US-Politiker und -Behörden ohne Bedenken entnehmen, ist eben ein Verschwörungstheoretiker.
   "Either you are with us, or you are with the terrorists." George Bushs vielzitierte Aussage scheint auch der Leitspruch vieler deutscher Meinungsblätter geworden zu sein. Und so werden diejenigen, die sich ganz demokratisch das Recht zur Kritik bewahrt haben, wie etwa im Falle des 11. Septembers Gerhard Wisnewski, Mathias Bröckers, Andreas Hauß, Andreas v. Bülow oder die vielen Ungenannten, von solchen Meinungsblättern als Spinner und Paranoide dargestellt.
   Doch wie demokratisch kann ein Land sein, wenn die Medien ihre Kontrollfunktion nach und nach aufgegeben und sich bei den Regierenden anlehnen, auf daß sie ihnen gewogen sein mögen? Man erinnere sich an Wolf Schneider, der in Unsere tägliche Desinformation schrieb, daß die Medien zwar nicht bestimmen, was wir denken sollen, aber worüber.

Denken wir eben ein bißchen anders und über den Rand von Spiegel, Bild & Co. hinaus:

- Gerhard Wisnewski
- Mathias Bröckers
- Andreas Hauß
- Junge Welt
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Bild - eine "Fehlentwicklung im deutschen Journalismus" 
Friday, 09. December, 2005 - Medien
--- Zitanfang ---

Was stört Sie bei Springer und Bild so sehr: die politische Einseitigkeit oder solch unseriöse journalistische Praxis?

Der Machtmissbrauch. Die infame Hetze. Dass Neidgefühle geschürt werden. Dass die Fakten wider besseres Wissen einfach weggelassen werden. Bild ist publizistische Umweltverschmutzung und leider für viele Unbedarfte und Abgebrühte trotzdem Leitmedium, obwohl doch der Bundesgerichtshof in einem Grundsatzurteil zu meinen Gunsten Bild eindeutig als eine "Fehlentwicklung im deutschen Journalismus" bezeichnete.

--- Zitatende ---

Günter Wallraff, befragt von der taz am 21.11.2005:
"Bei Wahlen macht ,Bild' immer Politik für die Rechten".


Ein Vorschlag für die nächste "Bild dir deine Meinung"-Kampagne:


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Meinungskontrolle 
Thursday, 08. December, 2005 - Politik
"Zutreffender dürfte sein, daß eine Regierung um so stärker auf Meinungskontrolle zur Sicherung ihrer Herrschaft bedacht sein muß, je 'freier und republikanischer' sie ist.
   Daß die Bevölkerung sich unterwerfen muß, wird nahezu unhinterfragt angenommmen. In einer Demokratie haben die Regierten das Recht zuzustimmen, mehr aber auch nicht. In der Terminologie des modernen fortschrittlichen Denkens sind sie 'Zuschauer', aber - abgesehen von der gelegentlichen Möglichkeit, zwischen Repräsentanten authentischer Macht zu wählen - keine 'Beteiligten'. Das gilt nur für die Politik, während die Bevölkerung im Bereich der Wirtschaft, deren gesellschaftliches Wirken weitgehend festgelegt ist, gemäß der dominierenden Demokratietheorie überhaupt nichts zu suchen hat."

(Profit over People, Kapitel II "Konsens ohne Zustimmung: Wie man das Bewußtsein der Öffentlichkeit reglementiert", Noam Chomsky, Europa-Verlag, Sep. 2000.)
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