Der böse Verbraucher 
Wednesday, 03. January, 2018 - Allgemein
Ein ums andere Mal ist zu hören: Es gebe Massentierhaltung, weil der Verbraucher billiges Fleisch wolle. Freilich könnten die Produzenten auch weniger Tiere halten und sie dafür erheblich teurer verkaufen, nicht wahr?

Aber es sind immer die schlimmen Verbraucher mit ihrer angeblichen Schnäppchen- und Geiz-ist-geil-Mentalität. Dabei machen sie nichts anderes als das, was jeder Kaufmann praktiziert: Billig einkaufen.

Ähnlich verhält es sich mit den Plastiktüten, wovon der Verbraucher zu viele kaufe. Warum jedoch werden bei solchen Schuldzuweisungen die Supermärkte außen vor gelassen? Würden Aldi, Rewe usw. rigoros nur Stoff- statt Plastikbeutel anbieten, gäbe es das Problem gar nicht.

Und wie schaut es mit den Lebensmittelherstellern aus? Vieles an Obst und Gemüse wird extra in Folie verschweißt, jeder Minischokoladenriegel aus der Großtüte ist nochmals verpackt und manche weisen besonders darauf hin, dass auf ihren Plastikflaschen und Tetra-Paks kein Pfand sei.

Das scheint wenig zu interessieren; lieber schiebt man die Schuld auf den bösen Verbraucher.


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Trusting PokerStars? 
Tuesday, 30. May, 2017 - Allgemein
Es gibt Leute, die sich immerzu darüber wundern, warum so viele Russen und Ukrainer auf der Pokerseite von PokerStars spielen.

Nun ja, das ist recht einfach erklärt: Seit US-Amerikaner bestenfalls über Umwege noch online pokern dürfen, hat sich das Feld auf der Seite ausgedünnt.

Erstaunlich ist allerdings, wie "gut" die Osteuropäer abschneiden, selbst wenn sie irgendein Gemüse spielen, 2:1 bis 3:1 hinten liegen und, hoppla, noch gewinnen.

Irgendwie muss wohl PokerStars auf seine Kosten kommen?

Russian Player Suspected of Being a Bot Makes It To PokerStars' TCOOP Final Table
http://www.bankrollmob.com/poker-news/201623/russian-player-suspected-being-bot-makes-it-pokerstars-tcoop-final-table
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Schreiben hilft beim Denken 
Tuesday, 23. May, 2017 - Allgemein
"Niemand ist mehr Fehlern ausgesetzt als der Mensch, der nur aus Überlegung handelt."

(Vauvenargues)

Ein weiser Spruch. Denn beschäftigen wir uns nur gedanklich mit einer Sache, übersehen wir manches. Es ließe sich auch sagen, dass wir zu grob denken und gewisse Möglichkeiten ungedacht lassen.

Sehr schnell können wir das herausfinden, indem wir die Sache niederschreiben. Das zwingt uns, ausführlicher zu formulieren!
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Verdammte Umlaute  
Monday, 15. May, 2017 - Allgemein
Liebe Leserinnen und Leser,

vielen von Euch verhagelt es meine Texte, weil die Umlaute nicht stimmen.

Auf den Fehler machte mich ein Bekannter aufmerksam. Mir selbst wäre das nicht aufgefallen, da ich meistens den uralten Opera-12-Browser benutze und dort alles wunderschön mit Umlauten funktioniert.

Der aktuellen Firefox-Browser lässt mich allerdings rätseln. Ändere ich dort etwa über Ansicht --> Textkodierung --> Westlich, erscheinen die Umlaute plötzlich richtig – und nach einem Neuladen wiederum nicht.

Wisst Ihr es besser?
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Mein YouTube-Kanal 
Monday, 20. March, 2017 - Allgemein
Mein YouTube-Kanal, worauf Ihr einige selbstkomponierte Stücke aus den C64- und Amiga-Zeiten findet:

https://www.youtube.com/channel/UCe5TXXcKGgObKypntL7M2qQ
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Was wollen wir trinken, sieben Tage lang? 
Saturday, 06. December, 2014 - Allgemein
Hoi,

seit 13. November befindet sich ein kleiner Gastbeitrag von mir auf der Buurtal-Seite (siehe rechts unter "Links").

Danke, Alex!

Gastbeitrag:
Oranje-Musik, die bewegt: Zeven Dagen Lang
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Auch Chad Brown lebt nicht mehr 
Friday, 01. August, 2014 - Allgemein
Aus gesundheitlichen Gründen habe ich erst später mitbekommen, dass nicht nur der deutsche Pokerprofi Johannes Strassmann gestorben ist, sondern auch der US-amerikanische Chad Brown.

Viele verstehen es möglicherweise nicht, dass man sich betroffen fühlt, aber Pokerspieler wie ich, die viele Fernsehsendungen mit diesen Menschen gesehen haben, sind erst einmal schockiert.

Chad Brown: http://de.wikipedia.org/wiki/Chad_Brown
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Johannes Strassmann ist tot 
Sunday, 29. June, 2014 - Allgemein
Noch immer erschüttert mich als Pokerspieler die Meldung, man habe Jonannes Strassman tot aufgefunden. Ich möchte hier keinen Nachruf verfassen oder wie leid mir sein Tod tut – das wäre vermessen!

Vielmehr kann ich die Nachricht über seinen Tod bisher nicht verwirklichen.

http://www.sport1.de/de/poker/artikel_913765.html

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Der Update-Wahn 
Sunday, 23. March, 2014 - Allgemein
Dieser Artikel war ursprünglich für Weisstenoch? gedacht. Doch als ich dem Betreiber erklärte, auf dessen Facebook-Seite werde kurz und knapp hingeknallt, weshalb ich mich zurückziehen werde, strafte er mich mit Schweigen.

Deshalb hier, noch nicht genügend redigiert und ausformuliert, mein letzter für Weißtenoch? vorgesehener Artikel:

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Weisstenoch? Damals wußten wir nicht, was ein Update ist. Vielleicht dachten wir an ein Höherkommen, nachdem wir etwas geraucht hatten? Oder vielleicht an ein besseres Rendez-vous als beim letzten Mal? ;-)

Vielleicht, vielleicht... Aber was ist nun ein Update? Grob und knapp gesagt: Etwas, das veraltet ist und erneuert werden muß. Damals dachten wir dabei allenfalls an Teile in Autos, Mopeds und irgendwelche Geräte, aber nicht an Betriebssysteme, Software usw.

Im Gegensatz zu heute konnten wir unsere Sachen so lange gebrauchen, bis sie auseinanderfielen. Und selbst dann versuchten wir noch, sie zu reparieren! Mit ein bißchen Hilfe von Freunden sowie Spucke und Mucke klappte das meistens – selbst dann, wenn hinterher seltsamerweise ein paar Schrauben und Muttern übrig blieben.

Viel zu oft behaupten heutzutage Medien, wir befänden uns in einer Wegwerfgesellschaft. Doch das ist nur bedingt zutreffend. Denn es geht nicht ums Wegwerfen-Wollen, sondern ums Nicht-reparieren-Können: Zu viele Geräte lassen sich selbst beim besten Willen nicht reparieren, weil sie (siehe: Murks? Nein, danke!) plastikverschweißt und schraubenlos sind!

Vergangenes Jahr habe ich das selbst erfahren: Kurz hintereinander gingen mir Rasierapparat und und Barttrimmer, beide zehn Jahre alt, leicht kaputt. Hätte ich sie gewaltlos öffnen können, wäre es kein Problem gewesen, sie wieder zum Laufen zu bringen. Doch es ging nicht! So verbog ich das Plastik oder zerbrach es schließlich bei simplen Reparaturversuchen.

Der Update-Wahn geht noch weiter: Früher haben erfahrene "Unters-Auto-Kriecher" bloß die Motorhaube eines Fahrzeugs geöffnet und den Fehler meist rasch gefunden. Das klappt inzwischen nicht mehr so schnell, weil alles mit Elektronik zugestopft ist. Theoretisch könnte ein Wagen noch fahren, da die Mechanik tadellos ist; doch weil die Elektronik nein sagt, will er nur wegen eines verschmorten oder lockeren Kabels nicht starten.

Und so will auch Software nicht starten: Mal mißgefällt ihr das ältere Betriebssystem, mal braucht sie ein zusätzliches Programm, mal wurde von Drittanbietern schlecht programmiert. Hinzu kommt, daß man für eine einmal geöffnete oder heruntergeladene Software nicht mehr das Geld zurückbekommt, weil vermutet wird, die Software könnte inzwischen raubkopiert worden sein.

Stellt Euch die Beispiele des letzten Absatzes einmal mit einem uralten VW-Golf statt mit einer Software vor:

- Wir sind älter als der Golf, weshalb er nicht fährt?
- Wir haben mehr Profil als der Golf auf seinen Reifen?
- Wir ersetzten das originale Golf-Radioteil durch ein neueres?
- Wir dürfen den Golf nicht zurückgeben, nachdem wir eine Probefahrt gemacht haben?

Anscheinend brauchen die Update-Wahnsinnigen selbst einmal ein Update – oder besser gesagt: ein Downgrade!
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Diätenerhöhung und Richtersold 
Friday, 14. February, 2014 - Medien, Allgemein
Die Bundestagsabgeordneten wollen sich nächste Woche die Diäten erst einmal bis 2015 um zehn Prozent erhöhen und damit angeblich an die Besoldung der Bundesrichter angleichen.

So weit, so schlecht.

Der Witz bei der Sache ist: Der Bundestag entscheidet über den Richtersold! Und zwar über das Bundesbesoldungsgesetz. Das heißt, die Abgeordneten spendieren sich über die Hintertür ihre Diäten.

Aber bis zur nächsten Wahl wird das eh wieder vergessen sein. Denn jede Nachrichtensau, die durchs Dorf getrieben wird, ist spätestens nach drei Monaten vergessen. Warum also nicht wieder den gleichen Krempel wählen wie beim letzten Male?


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Großer statt kleiner Arial-Zeichensatz; Umlaute  
Friday, 07. February, 2014 - Allgemein
Seit ich wieder meinen Blog betreibe, passiert es mir bisweilen, dass statt der kleinen Arial-Schrift eine größere und damit recht unschöne angezeigt wird.

Geht es Euch ebenfalls so?

Nachtrag am 17.02.2017: Im Mozilla Firefox kann es passieren, dass die Umlaute nicht richtig angezeigt werden. Doch dazu braucht man lediglich unter Ansicht --> Textkodierung von Unicode auf Westlich umstellen.
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Früher war alles... 
Wednesday, 05. February, 2014 - Allgemein
Auf http://www.weisstenoch.de/ gibt es einen neuen Artikel von mir.

Tja, früher war nicht alles besser, aber früher war alles früher! ;o)

PS: Leider hat der Seitenbetreiber daraus Früher war alles besser gemacht, was nicht in meinem Sinne war.
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Die deutsche Kneipenkultur 
Thursday, 23. January, 2014 - Allgemein
Auf der Seite "Weißte noch?" findet sich ein neuer Artikel von mir:

"Die deutsche Kneipenkultur"
http://www.weisstenoch.de

Viel Spaß oder Empörung beim Lesen!
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2013 – das Jahr, in dem wir weiterschrieben 
Wednesday, 13. November, 2013 - Allgemein
Nach über sechs Jahren führe ich meinen Blog fort. Als Fingerübung setze ich erst einmal hier einen Text hinein, den ich heute an die liebenswerte Retro-Seite Weißtenoch? geschickt habe. Mal schauen, ob er veröffentlicht wird:


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Einmal Currywurst mit Schaschliksoße, bitte!

Weißte noch?

Früher gab es noch richtige Currywürste – und zwar die in Pappschälchen mit dunkelbrauner Schaschliksoße, worin man das beigelegte Brötchen tunken konnte! Doch wo ist sie abgeblieben: die echte, die pikante und die oberleckere Schaschliksoße? Statt dessen bekommen wir schon jahrelang lieblos Ketchup und, je nach Schärfegrad, irgendein Gewürzpulver auf die Currywurst geklatscht.

Das verhält sich in unserer Zeit so ähnlich wie mit Cappuccino oder Spaghetti Napoli: Auf erstes gehört heißer Milchschaum, doch manche Gastronomen nehmen lieber normalen Kaffee und sprühen einfach Sahne aus der Dose drüber; auf zweites gehören zu dem simplen Nudelgericht wenigstens Knoblauch, Olivenöl sowie Basilikum, aber nicht bloßes Ketchup, das mit ein paar Trockengewürzen verrührt wird.

Heutzutage muß alles schnell gehen, wobei der Geschmack auf der Strecke bleibt...

Damit wir das nicht bemerken, erklären uns die Imbißstände gern, es handele sich um ein langgehütetes Geschäftsgeheimnis, falls wir einmal danach fragen, was denn in der Soße sei. Diese Schutzbehauptung liegt jedoch wohl meist daran, daß so etwas wie eine Schaschliksoße nicht von jetzt auf gleich herzustellen ist. Vor allem zählt dazu stundenlanges Schmoren von Spießen, damit der Bratensaft richtig schön herausläuft und sich daraus eine schmackhafte Soße binden läßt.

Currywurst ohne Schaschliksoße? Ungeheuerlich!

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Nachtrag: Der Artikel wurde veröffentlicht, siehe:

Einmal Currywurst mit Schaschliksoße, bitte!
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Aus! 
Wednesday, 11. July, 2007 - Allgemein
+++ Aus persönlichen Gründen wird Essays, Kommentare, Pamphlete auf unbestimmte Zeit geschlossen. +++
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Globalization is US 
Tuesday, 14. November, 2006 - Politik, Allgemein
Beim Stöbern nach Anglizismen und "Denglisch"-Wörtern fand ich diese interessante Beobachtung:

"Was Globalisierung genannt wird, ist nichts anderes als die Amerikanisierung der Welt, das heißt, die Unterwerfung unter die wirtschaftliche und politische Hegemonie der USA. Die einzige Nation, die sich unter der Globalisierung nicht zu ändern braucht, sind die Vereinigten Staaten von Amerika. Es ist die Welt, die sich Amerika anpassen muss."

(Heinrich Jaenicke in einem Beitrag des Sterns vom Dezember 2000; zit. nach VDS, Verein Deutsche Sprache e. V.)


Siehe auch:

- VDS: Argumente zur deutschen Sprache

PS: Der Titel der Überschrift stammt von dem US-Amerikaner Thomas Friedman. Allerdings schrieb er am 10. Februar 1997 lediglich von "Globalization is us" in der International Herald Tribune.
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Schopenhauer und der wohlfeile Nationalstolz 
Thursday, 31. August, 2006 - Allgemein
Jemand hat sich über meinen Eintrag Rote Karte für Deutschland mokiert. Für alle, die meine Aussage bewußt oder bewußtlos mißverstehen wollen - vielleicht sollten sie dort die letzten beiden Absätze nochmals lesen -, sei dieser Schopenhauer gewidmet:

"Die wohlfeilste Art des Stolzes hingegen ist der Nationalstolz. Denn er verräth in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte, indem er sonst nicht zu dem greifen würde, was er mit so vielen Millionen theilt. Wer bedeutende Vorzüge besitzt, wird vielmehr die Fehler seiner eigenen Nation, da er sie beständig vor Augen hat, am deutlichsten erkennen. Aber jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er Stolz seyn könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu seyn: hieran erholt er sich und ist nun dankbarlich bereit, alle Fehler und Thorheiten, die ihr eigen sind, (...) zu vertheidigen."

(Arthur Schopenhauer, Parerga und Paralipomena I, Lütkehaus-Ausgabe)


Dazu sei erwähnt: Die Fußballweltmeisterschaft ist längst vorbei, doch noch immer gibt es welche, die (nicht nur) die deutsche Fahne aus dem Fenster hängen lassen oder sie an Fahrrad oder Auto montiert spazierenfahren. Während der Weltmeisterschaft konnte man über dieses seltsame Verhalten vielleicht noch schmunzeln, doch jetzt wirkt es ziemlich albern.

Für all die (r)echten Deutschen sei als Therapie Konstantin Wecker empfohlen. Hannes Wader meinte anläßlich eines gemeinsamen Konzertes ("Was für eine Nacht...! Live"), viele wüßten nicht, daß Konstantin Vegetarier gewesen sei: jahrelang habe er sich von den Extrakten der Kokapflanze ernährt. (Wunderschön süffisant!)
   Aber im Gegensatz zu den vielen Deutschland- und Bierfahnen wußte die "vegetarische Ernährung" den Weckerschen Geist nicht zu vernebeln: Vaterland (2001).
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Rote Karte für Deutschland 
Wednesday, 05. July, 2006 - Allgemein
4. Juli 2006, die letzte Stunde vor Mitternacht. Der schwarzrotgoldene Budenzauber hat endlich einen Dämpfer erfahren: bei der Fußballweltmeisterschaft gewinnt Italien gegen Deutschland mit 2:0.

In meiner Umgebung habe ich in den vergangenen drei Wochen keinen Hehl daraus gemacht, der deutschen Nationalelf alles Gutes, nämlich ein frühes Ausscheiden zu wünschen.
   Alle möglichen Menschen, von denen ich es nicht unbedingt erwartet habe, malten sich die deutschen Farben auf die Wangen, trugen entsprechende Trikots und klemmten sich diese Fähnchen an die Fahrzeuge. Die Blöd-Zeitung titelte mit "schwarz-rot-geil". Euphorie allenthalben, und nicht selten lagen besinnungslos Besoffene in den Straßen.
   Wozu das alles?
   Weshalb müssen die Deutschen immer übertreiben?
   Warum geht beim Anblick von Schwarz-Rot-Gold der Verstand gleich mit über Bord?
   Oh, ich höre schon die Gegenstimmen: Man solle das alles nicht so eng sehen, man solle nicht so überkritisch sein, man solle ein bißchen Spaß haben. Aber selbstverständlich - wenn mir nicht bereits bewußt gewesen wäre, daß diese schwarzrotgoldene Stimmung dazu benutzt wird, sie entsprechend zu instrumentalisieren. Schon wollen Rechtsgesinnte wie der Publizist Arnulf Baring hinter dieser Stimmung mehr sehen als "nur die Party und das Vorübergehende". So meinte er in der Sendung Busch@n-tv (Hervorhebung von n-tv):

"Es ist mehr als nur Partylaune. Ich glaube, dass die Deutschen in diesem neuen Jahrhundert ein gelasseneres und in vieler Hinsicht positiveres Verhältnis zu sich selber haben. Die Deutschen haben das Gefühl: Wir sind doch eigentlich viel vernünftiger, viel moderner, viel zuversichtlicher, viel besser als wir sonst erscheinen - als Nörgler und Miesepeter. Jetzt können wir stolz auf uns selber sein. Wir können diese Freude genießen und diese Freude aber nicht in irgendeiner Weise missbrauchen, um uns über andere Völker zu erheben. Das ist ja das Schöne an dem Ganzen.

Durch eine solche gemeinsame fröhliche Erfahrung, wächst man ein Stück in das eigene Land hinein. Zur Party gehört auch, dass man merkt: Es ist doch eigentlich schön, dass es Deutschland gibt und dass ich selber einer bin. Es gab ein lange Abneigung sich mit Deutschland zu identifizieren und das allmählich Gott-sei-dank vorbei. Wir werden die Zukunft nur hinbekommen, wenn wir ein positives, vertrauensvolles Bild von uns selbst haben.

Der größte Teil der Wirtschaft ist Psychologie: Wenn die Leute meinen, dass es klappen könnte, klappt es auch.

Wenn keine der Parteien, keiner der führenden Politiker imstande ist, diese positive Stimmung, dann wird aus dieser ganzen großen Koalition nichts werden und aus einer kleinen auch nicht. Wenn wir nur über Eigenheimzulage und Pendlerpauschale reden, dann sind wir so kleinkariert wie wir uns gelegentlich vorkommen."

Mit einem Wort: Deutschland soll endlich die Vergangenheit abstreifen, unter der diese bedauernswerten Rechtsgesinnten seit 1945 besonders gelitten haben, da ihre rechtsnationalen Sprüche mit Verweis auf die grausame Hitlerzeit abgeschmettert worden waren. Mit dem momentanen "Nationalgefühl" soll es wohl gelingen, das Dritte Reich nicht mehr als Totschlagargument gegen Parolen à la "Stolz auf Deutschland sein" benutzen zu können.

Es wunderte mich schon immer, warum ich stolz auf diesen Flecken Erde sein soll. Stolz kann man nur auf das sein, was man selbst geschaffen und getan hat - aber auch das gilt nicht immer -, und Deutschland habe ich weder geschaffen noch getan.
   Hier bin ich geboren, hier lebe ich, hier bin ich zu Hause. Angesichts dieser CDU- und SPD-dominierten Regierungen, die meine "Mitdeutschen" lächerlicherweise immer und immer wieder an die Spitze dieses Landes wählen, ist es schon Leistung genug, hier überhaupt zu leben. Aber stolz darauf zu sein, das wäre wahrlich eine Gefühlsverzerrung. Eher sollte man beschämt, peinlich berührt und sogar wütend darüber sein, daß in diesem Lande Leuten von Baring, Hundt, Rogowski über Merkel, Schröder, Westerwelle bis hin zur allerletzten "Big-Brother"- oder "Superstar"-Null gegeben wird!

Deshalb wäre es um soviel angenehmer, würden die Menschen hierzulande nur einen Bruchteil jener Begeisterung, die sie für die deutsche Nationalmannschaft auf die Straße gehen läßt, für ihre eigenen Belange einsetzen...

      ...und all den erwähnten Leuten die rote Karte zeigen, statt sie sich von Bild und Spiegel zu unseren Vorbildern (v)erklären zu lassen!
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Gerhard Wisnewski via Jour 
Monday, 12. June, 2006 - Allgemein
War Ihnen der Domainname der informativen Seite Gerhard Wisnewskis zu lang oder fragten Sie sich: die Adresse mit oder ohne Bindestrich, heißt er Wisnewski, Wisnewsky oder Wischnewski?!? Damit ist nun Schluß. Wenn Sie nun dorthin gelangen wollen, brauchen Sie lediglich

 

jour.de



in das Adreßfeld Ihres Browsers einzugeben, flugs werden Sie zu

www.gerhard-wisnewski.de

weitergeleitet.

(Selbstverständlich sollten auch weitere Verweise auf interessante, informative und kritische Seiten nicht unbeachtet bleiben, siehe rechts oben unter "Links".)


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Nicht aus dieser Welt 
Wednesday, 10. May, 2006 - Allgemein
Aus gesundheitlichen Gründen habe ich es leider versäumt, die Essays, Kommentare und Pamphlete fortzuführen. Verwaist sind diese Seiten aber auf keinen Fall!

Und so möchte ich mit Marius Müller-Westernhagen sagen:

Ich bin wieder hier,
in meinem Revier,
war nie wirklich weg,
hab mich nur versteckt.


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Baff betrunken an der Erwart-Bar 
Thursday, 26. January, 2006 - Medien, Allgemein
Vorgestern abend meinte ein Kommentator auf Eurosport, der Fußballspieler sei baff erstaunt gewesen.
   Oops, someone did it again?!
   Denn natürlich heißt es nicht baff erstaunt. Entweder ist man baff oder man ist bass erstaunt, wie bereits der "Zwiebelfisch" Bastian Sick schrieb: ZWIEBELFISCH-ABC.

Doch auch öffentlich-rechtliche Sender mischen eifrig an der Verwurstung der deutschen Sprache mit. So meinte kürzlich ein Kommentator während eines Eisschnellauf-Wettbewerbes, das Ergebnis sei erwartbar gewesen.
   Man mag den Duden wälzen, wie man will, aber "erwartbar" wird man dort nicht finden. Etwas ist zu erwarten, nicht jedoch ist etwas erwartbar.

Eines muß man diesen Sprechern, deren Handwerk eigentlich das Sprechen sein sollte, lassen: Sie wissen mit der Sprache phantasievoll umzugehen! Nur darf man als gemeiner Zuschauer und Zuhörer nicht so "erwartbarig" sein, daß diese Leute noch immer wüßten, was sie sagen, wenn sie etwas sagen, das sie uns sagen müssen, obwohl es unsagbar bis unsäglich ist.
    Wäre da nicht zu überlegen - oder gar überlegbar? -, diese Sprecher zu zwingen, sich ihre eigenen Kommentare so lange anzuhören, bis sie Besserung geloben?
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Werbung? Nein, danke! 
Thursday, 05. January, 2006 - Allgemein
Wer kennt das nicht: Man öffnet seinen echten oder digitalen Briefkasten und findet Werbung vor, die man gar nicht will. Leider nutzt es meistens nichts, wenn man darauf hinweist, daß man keine Werbung wünscht. Oder einmal anders gesagt: Aus welchem Grund glauben all die Unternehmen, daß es für Otto Normalverbraucher keine größere Freude gibt, als ständig von Werbung beglückt zu werden?
   Wäre es angesichts dieser Werbeflut, daß sogar in Städten zusätzlich Pfähle mit rotierenden Leinwänden in den Boden gestampft werden, nicht einmal an der Zeit, die ganze Sache herumzudrehen, etwa in der Form, daß der Verbraucher ausdrücklich darauf hinweisen muß, wenn er Werbung wünscht? Freilich gefiele dies Werbe- und sonstigen Unternehmen gar nicht, aber angesichts der immer ausgefeilteren Maßnahmen (z. B. "Scoring"), mit denen sie Verbraucher zu überwachen versuchen, wäre das überlegenswert.

- Quarks & Co, Big Brother is watching

- Die Bannerserver-Killer-Seite, Die Kleinweich-Story
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Ein Loblied auf die Staatsunternehmen 
Sunday, 01. January, 2006 - Gedanken und Gedichte, Allgemein
Eine merkwürdige, aber wahre Begebenheit, die mir vor einigen Jahren auf der Post in Höchst (Frankfurt am Main) widerfuhr:

Ich stand in der Warteschlange und kam gerade an die Reihe. Da rief hinter meinem Rücken eine Dame mittleren Alters leicht gehetzt der Postangestellten zu: "Entschuldigung, wo kann ich denn hier telefonieren?" Die Angestellte: "Telefonieren? Aber doch nicht in der Post!"

Vor zehn Jahren hätte diesen Witz noch niemand verstanden. Ich entsinne mich daran, daß es selbst in der kleinen Post meines Heimatortes Zeilsheim (Frankfurt am Main) eine Telefonzelle gab. Doch irgendwann, nachdem die Deutsche Bundespost privatisiert worden war, verschwand wie so viele Postfilialen auch diese.
   Wie seltsam wirkt es, wenn man in den vielen Jahren seiner Jugend an diesem Postamt vorbeikam, doch eines Tages all das, was früher gut gewesen war, auf einmal nicht mehr gut genug sein sollte.
   Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Infrastruktur der Bundespost mit Steuergeldern aufgebaut, und die Bürger bezahlten für die Postdienstleistungen Gebühren. Doch irgendjemand, der offensichtlich nur den finanziellen Vorteil sah, kam zu der Ansicht, daß nach fünfzig Jahren dieses Staatsunternehmen zu teuer sei. Das gleiche galt für die Deutsche Bundesbahn. Und so haben wir heute die Deutsche Telekom AG, die Deutsche Post World Net AG, die Deutsche Bahn AG sowie viele kleine Tochterfirmen.

Fortsetzung folgt...
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Same procedure as every year? 
Saturday, 31. December, 2005 - Medien, Allgemein
Jedes Jahr das gleiche: Silvester! Wieder "Dinner for One", wieder unsägliche Jahresendfeiern mit Prominenten und Möchtegern-Prominenten. Für wen wird eigentlich ein solches Fernsehprogramm gemacht: für Kinder, die nicht erwachsen geworden sind? Oder wird dieses Programm von Redakteuren gemacht, die - vielleicht sogar berechtigt - in ihrer Überheblichkeit annehmen, daß ein solches Programm für das gemeine Publikum ausreicht?
   Wer diesen Unsinn nicht sehen möchte, weil er noch über genügend Verstand verfügt, sollte für mindestens drei Monate die GEZ-Gebühren erstattet bekommen - als Schmerzensgeld!
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Wenn Experten wie Katzen laufen 
Thursday, 29. December, 2005 - Medien, Allgemein
Vor einigen Jahren kam in Fernsehberichten eine Marotte auf, die heute fast ausnahmslos so zu beobachten ist: Bevor die zu befragende Person - meist ein recht unbekannter Experte oder Kommunalpolitiker - tatsächlich befragt wird, sieht man, wie diese beispielsweise ein Buch aus dem Bücherregal holt und darin stöbert, einen Gang entlangschreitet, durch eine Tür kommt, eine Treppe herabsteigt usw. Der Off-Sprecher nutzt dieses "Catwalking", um in der Zwischenzeit den Zuschauern weitere Informationen mitzuteilen.
   Sicherlich kann man in solche Berichte hie und da überflüssige Bilder einbauen, um Text und Bild synchron zu halten. Früher war diese Art und Weise allerdings kaum gebräuchlich: da wurde knapp gesprochen, der Zuschauer nicht mit zu vielen Bildern vom Inhalt abgelenkt und dem zu Befragenden sofort das Mikrofon unter die Nase gehalten. Weil man aber heute dieses Stolzieren fast ausnahmslos sieht, wirken die Berichte hölzern, als seien sie im 08/15-Format zusammengeschustert worden. Auch wirkt es recht albern, bisweilen sogar lächerlich, wenn diese Personen zum "Catwalk" ansetzen und dabei so tun, als bemerkten sie die laufende Kamera nicht.

Es sollte Katzen und Mannequins vorbehalten bleiben, sicheren Schrittes zu "catwalken".

- Catwalk
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Diskutieren Sie mit! 
Tuesday, 20. December, 2005 - 9/11 - Der 11. September 2001, Allgemein
Nun ist auch das alte Forum auf Gerhard Wisnewskis neue Seite vollständig umgezogen. Diskutieren Sie mit über die Widersprüche des 11. Septembers und den Zweifeln an den Flügen zum Mond.

Sie meinen, das seien doch bloß Verschwörungstheorien? Ganz bestimmt sogar sind sie das - aber von welcher Seite?

- Forum des Autors und Filmemachers Gerhard Wisnewski
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