Anerkennung 
Thursday, 19. May, 2016 - Gedanken und Gedichte
Warum sollten Menschen nicht lamentieren, imitieren und ihr Ego durch andere aufpolieren dürfen?

Oder anders gesagt:

Es gibt eine Zeit der Freude und eine Zeit des Klagens. Beides besteht nebeneinander. Jedes besitzt seine Berechtigung. Zwar möchten wir stets nur Freude empfinden, doch wie öde und fade wäre das Leben, wenn es keine Abwechslung böte. Irgendwann würde sich die Freude abnutzen, weil es nichts anderes gäbe. Achterbahn ist nun einmal lustiger als eine Fahrt, die schnurstracks geradeaus verläuft. Höhen wie auch Tiefen sind das Salz in der Suppe des Lebens.
Deshalb runzele ich die Stirn bei Menschen, die anderen das Lamentieren vorwerfen, wenn diese schlecht drauf sind. Warum kommt der Vorwurf als ein Schlag über die Mütze, wenn man eh schon unten ist? Hm, vielleicht sollten wir beim nächsten Mal jemandem, der gut drauf ist, vorwerfen: "Oh Mann, bist du heute wieder scheißglücklich. Bitte lass mich mit deiner Freude in Ruhe!"?

Selbstverständlich imitieren wir andere. Das tun wir fortwährend. Aber das muss nicht – außer bei Kleingeistern, die nichts anderes denken und können – ständiges Kopieren meinen. Vielmehr vermag die Idee des einen den anderen zu eigenen Überlegungen inspirieren. So baut man sich gegenseitig auf, ist kreativ, ist schwunglos – was letztlich alle weiterbringt.
Man stelle sich einmal vor, Erfindungen und Entdeckungen sei bloß deshalb nicht geschehen, weil keiner sich traut, weil wir ja nicht imitieren sollen, einen vorgedachten Gedanken weiterzudenken und damit etwas Neues zu schaffen.

Mein Ego poliere ich gern durch andere auf – so wie es jeder Mensch tut. Nur nennt sich das nicht aufpolieren, sondern Anerkennung. Kaum ein Mensch kommt ohne sie aus. Jeder von uns braucht bisweilen Lob, Beachtung und Sympathie.
Ich halte die Anerkennung, neben Durst und Hunger, sogar für die stärkste Triebfeder des Menschen. Meine Güte, was alles unternehmen sie, um anerkannt zu werden. Bedauerlicherweise nicht immer Gutes oder zumindest mit Dingen, die nicht schaden.
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Wenn es darauf ankommt 
Wednesday, 03. February, 2016 - Gedanken und Gedichte
Vorigen Herbst erzählte mir ein Freund, er habe die supersüßeste Maus seines Lebens kennengelernt.

Doch es ergab sich ein Problem: Wenn er mehr von ihr von ihr wollte, rückte sie von ihm ab, und wenn er fern blieb, kam sie näher, bis er mehr von ihr wollte und... Ein Hamsterrad und ermüdendes Hin und Her.

Es ist erheblich von Vorteil, sich vorher zu entscheiden, ob man eine Beziehung eingehen will, statt sich zwei Schritte vor und dann wieder einen Schritt zurück zu begeben!

Wer Liebe als ein bloßes Spiel wahrnimmt, wird ewig suchen und nie ankommen – und sich am Ende seiner Tage fragen, wieso er niemals fand, was er wollte.

(Eintrag am 7. März korrigiert.)


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Der Witz der Demokratie 
Sunday, 01. February, 2015 - Politik
So oft wird die Demokratie von Politikern als das höchste Gut bezeichnet. Dafür werden sogar Kriege geführt.

Doch was ist Demokratie?

Das Recht der Bürger, alle paar Jahre Menschen, die uns irgendwelche Versprechen abgeben, zu wählen. Doch diese Versprechen sind nicht einmal juristisch bindend! Sie könnten uns das Blaue vom Himmel versprechen, aber wenn sie dadurch an der Macht sind und uns enttäuschen, bedeutet das keinerlei Konsequenzen für sie.

Gern und oft wird nach einer Wahl vom sog. Denkzettel, den eine Partei oder ein Politiker erhalten habe, gesprochen. Das ist Unfug. Denn wir als "Wahlvieh" müssen stets vier bis fünf Jahre warten, um diese Leute zu entmachten.

Selbst dann ist noch nicht gesagt, dass sie weg vom Fenster sind. Besonders fällt das auf, wenn Politiker bei der Frage nach einer zukünftigen Koalition herumeiern. Sie wollen sich vor der Wahl nicht festlegen lassen, aber wir sollen vorher unser Kreuzchen für diese Demokraten machen?

In dem Wort Demokraten steckt das Wort raten – genau so verhält es sich.

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Was wollen wir trinken, sieben Tage lang? 
Saturday, 06. December, 2014 - Allgemein
Hoi,

seit 13. November befindet sich ein kleiner Gastbeitrag von mir auf der Buurtal-Seite (siehe rechts unter "Links").

Danke, Alex!

Gastbeitrag:
Oranje-Musik, die bewegt: Zeven Dagen Lang
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Jammern ein "No-go"? 
Saturday, 16. August, 2014 - Gedanken und Gedichte
Immer wieder erstaunlich ist es, wie schnell man abgestempelt wird, wenn die Mundwinkel mal nicht nach oben, sondern nach unten zeigen. Was soll das?!

Ist denn nur eine Zeit fürs Lächeln, aber keine fürs Jammern erlaubt? Das wäre todlangweilig und ziemlich verkehrt.

Denn für alles muss es eine Zeit geben: Man sollte lachen, frohlockend, juchzend, weinend, jammernd, schluchzend und noch ganz viele Adjektive mehr dürfen, ohne hören zu müssen: "Lachen ist ein To-do, Jammern ein No-go!"


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Auch Chad Brown lebt nicht mehr 
Friday, 01. August, 2014 - Allgemein
Aus gesundheitlichen Gründen habe ich erst später mitbekommen, dass nicht nur der deutsche Pokerprofi Johannes Strassmann gestorben ist, sondern auch der US-amerikanische Chad Brown.

Viele verstehen es möglicherweise nicht, dass man sich betroffen fühlt, aber Pokerspieler wie ich, die viele Fernsehsendungen mit diesen Menschen gesehen haben, sind erst einmal schockiert.

Chad Brown: http://de.wikipedia.org/wiki/Chad_Brown
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Johannes Strassmann ist tot 
Sunday, 29. June, 2014 - Allgemein
Noch immer erschüttert mich als Pokerspieler die Meldung, man habe Jonannes Strassman tot aufgefunden. Ich möchte hier keinen Nachruf verfassen oder wie leid mir sein Tod tut – das wäre vermessen!

Vielmehr kann ich die Nachricht über seinen Tod bisher nicht verwirklichen.

http://www.sport1.de/de/poker/artikel_913765.html

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Gedankenverlorenheit 
Wednesday, 14. May, 2014 - Gedanken und Gedichte
So viele tragen
so viele Gedanken in sich,
doch zu wenige sind fähig,
sie auszudrücken.
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Der Update-Wahn 
Sunday, 23. March, 2014 - Allgemein
Dieser Artikel war ursprünglich für Weisstenoch? gedacht. Doch als ich dem Betreiber erklärte, auf dessen Facebook-Seite werde kurz und knapp hingeknallt, weshalb ich mich zurückziehen werde, strafte er mich mit Schweigen.

Deshalb hier, noch nicht genügend redigiert und ausformuliert, mein letzter für Weißtenoch? vorgesehener Artikel:

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Weisstenoch? Damals wußten wir nicht, was ein Update ist. Vielleicht dachten wir an ein Höherkommen, nachdem wir etwas geraucht hatten? Oder vielleicht an ein besseres Rendez-vous als beim letzten Mal? ;-)

Vielleicht, vielleicht... Aber was ist nun ein Update? Grob und knapp gesagt: Etwas, das veraltet ist und erneuert werden muß. Damals dachten wir dabei allenfalls an Teile in Autos, Mopeds und irgendwelche Geräte, aber nicht an Betriebssysteme, Software usw.

Im Gegensatz zu heute konnten wir unsere Sachen so lange gebrauchen, bis sie auseinanderfielen. Und selbst dann versuchten wir noch, sie zu reparieren! Mit ein bißchen Hilfe von Freunden sowie Spucke und Mucke klappte das meistens – selbst dann, wenn hinterher seltsamerweise ein paar Schrauben und Muttern übrig blieben.

Viel zu oft behaupten heutzutage Medien, wir befänden uns in einer Wegwerfgesellschaft. Doch das ist nur bedingt zutreffend. Denn es geht nicht ums Wegwerfen-Wollen, sondern ums Nicht-reparieren-Können: Zu viele Geräte lassen sich selbst beim besten Willen nicht reparieren, weil sie (siehe: Murks? Nein, danke!) plastikverschweißt und schraubenlos sind!

Vergangenes Jahr habe ich das selbst erfahren: Kurz hintereinander gingen mir Rasierapparat und und Barttrimmer, beide zehn Jahre alt, leicht kaputt. Hätte ich sie gewaltlos öffnen können, wäre es kein Problem gewesen, sie wieder zum Laufen zu bringen. Doch es ging nicht! So verbog ich das Plastik oder zerbrach es schließlich bei simplen Reparaturversuchen.

Der Update-Wahn geht noch weiter: Früher haben erfahrene "Unters-Auto-Kriecher" bloß die Motorhaube eines Fahrzeugs geöffnet und den Fehler meist rasch gefunden. Das klappt inzwischen nicht mehr so schnell, weil alles mit Elektronik zugestopft ist. Theoretisch könnte ein Wagen noch fahren, da die Mechanik tadellos ist; doch weil die Elektronik nein sagt, will er nur wegen eines verschmorten oder lockeren Kabels nicht starten.

Und so will auch Software nicht starten: Mal mißgefällt ihr das ältere Betriebssystem, mal braucht sie ein zusätzliches Programm, mal wurde von Drittanbietern schlecht programmiert. Hinzu kommt, daß man für eine einmal geöffnete oder heruntergeladene Software nicht mehr das Geld zurückbekommt, weil vermutet wird, die Software könnte inzwischen raubkopiert worden sein.

Stellt Euch die Beispiele des letzten Absatzes einmal mit einem uralten VW-Golf statt mit einer Software vor:

- Wir sind älter als der Golf, weshalb er nicht fährt?
- Wir haben mehr Profil als der Golf auf seinen Reifen?
- Wir ersetzten das originale Golf-Radioteil durch ein neueres?
- Wir dürfen den Golf nicht zurückgeben, nachdem wir eine Probefahrt gemacht haben?

Anscheinend brauchen die Update-Wahnsinnigen selbst einmal ein Update – oder besser gesagt: ein Downgrade!
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Formal fatal - oder: Kindermädchen für Journalisten? 
Wednesday, 19. March, 2014 - Medien
Eines erstaunt mich immer wieder bei Journalisten:

Sehe ich deren Artikel in mehr oder minder wichtigen Publikationen, wirkt alles wie geleckt: gute Rechtschreibung, gute Zeichensetzung, gut formatiert.

Doch lese ich privat etwas von diesen Menschen oder deren Blogs, kommen sie mir oft wie Stümper vor. Sie beherrschen das Wort, mit dem sie es mutmaßlich täglich zu tun haben, nicht?

Beispielsweise wird alles klein geschrieben, die Zeichensetzung benutzt, wie man lustig ist, oder statt den Text so zu formatieren, das er leserlich ist, wird er als Block verschickt.

Wie wäre es etwa, wenn ich meine obigen Zeilen genauso schriebe? Bitte schön:

Eins erstaunt mich immerwieder bei Journalisten: Sehe ich deren Artikel in mehr minder wichtigen Publikationen,, wirkt alles wie geleckt- gute Rechtschreibung,gute Zeichensetzung,gut formatiert . Doch lese ich privat etwas von diesen Menschen oder deren Blogs,kommen sie mir oftwie Stümper vor.Sie beherrschen das Wort, mit dem sie es mutmaßlich täglich zu tun haben, nicht ? Bspw wird alles klein geschrieben, die Zeichensetzung benutzt als wie man lustig ist, oder statt den Text sozu formatieren, dass er leserlich ist , wird er als Block verschickt.

Sähe das besser aus?
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Die ganz legale Korruption deutscher Politiker 
Thursday, 20. February, 2014 - Politik
Erstaunlich, was man lesen kann, wenn man ein wenig herumstöbert, aber was in unseren ach so investigativen Medien kaum zu finden ist. Beispielsweise, daß man geradezu ganz legal Politiker bestechen kann.

Menschen wie der Rechtswissenschafter Hans Herbert von Arnim sollten häufiger als irgendwelche worthülsenverbreitenden Politiker im Fernsehen erscheinen. Doch wahrscheinlich geschieht das nicht, weil der Aufklärungsfaktor zu hoch wäre?

Hans Herbert von Arnim
"Solche Praktiken gehören längst verboten", Interview in: Zeit Online vom 6.2.2014
http://www.dhv-speyer.de/VONARNIM/Veroeffentlichungen/IV%20Zeitungen%20und%20Magazine/2014/2014.02.06%20-%20Zeit%20Online.pdf
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Skandal, Skandal, Skandal...! 
Tuesday, 18. February, 2014 - Politik, Medien
Dieser Tage scheint sich alles nur um die Affären Edathy und ADAC zu drehen. Nicht nur Medien, auch Politiker und Parteien wagen sich aus ihren Schlupflöchern – interessanterweise und besonders laut die gerade aus dem Bundestag herausgewählte FDP –, um für mehr Aufklärung, Reform oder härtere Strafen zu plädieren.

Erstaunlich und immer und immer und immer wieder verwundernswert finde ich zweierlei bei diesem Journalisten- und Politikerpack:

- Sie trauen sich besonders dann gern aus ihren gemütlichen, gutbezahlten Bürosesseln, wenn sie wissen, daß ihnen mit ihren Behauptungen und Forderungen nichts passieren kann. Dabei rennen sie doch bloß offene Türen ein – offene Türen, die bereits lange bestanden und bemerkenswert gewesen wären. Anscheinend wartet man aber lieber den Zeitpunkt ab, an dem die hohlen Aussagen ankommen.

- Jahre-, wenn nicht jahrzehntelang halten besonders gern Journalisten die Füße still. Doch kaum taucht ein schöner Skandal auf, haben sie plötzlich alle Themen und Argumente dazu parat. Recherche in Lichtgeschwindigkeit? Wohl kaum. Es kommt mir eher vor, als lägen die entsprechenden Dossiers in den Schubladen und dösten, bis sie gebraucht werden und sich vielleicht irgendeine dieser "Edelfedern" wieder einen Namen machen darf, weil er so fürchterlich investigativ war.

Vierte Gewalt werden die Medien genannt – in meinen Augen gleichen sie eher einer vierten Vergewaltigung!
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Diätenerhöhung und Richtersold 
Friday, 14. February, 2014 - Medien, Allgemein
Die Bundestagsabgeordneten wollen sich nächste Woche die Diäten erst einmal bis 2015 um zehn Prozent erhöhen und damit angeblich an die Besoldung der Bundesrichter angleichen.

So weit, so schlecht.

Der Witz bei der Sache ist: Der Bundestag entscheidet über den Richtersold! Und zwar über das Bundesbesoldungsgesetz. Das heißt, die Abgeordneten spendieren sich über die Hintertür ihre Diäten.

Aber bis zur nächsten Wahl wird das eh wieder vergessen sein. Denn jede Nachrichtensau, die durchs Dorf getrieben wird, ist spätestens nach drei Monaten vergessen. Warum also nicht wieder den gleichen Krempel wählen wie beim letzten Male?


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Großer statt kleiner Arial-Zeichensatz  
Friday, 07. February, 2014 - Allgemein
Seit ich wieder meinen Blog betreibe, passiert es mir bisweilen, daß statt der kleinen Arial-Schrift eine größere und damit recht unschöne angezeigt wird.

Geht es Euch ebenfalls so?
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Früher war alles... 
Wednesday, 05. February, 2014 - Allgemein
Auf http://www.weisstenoch.de/ gibt es einen neuen Artikel von mir.

Tja, früher war nicht alles besser, aber früher war alles früher! ;o)

PS: Leider hat der Seitenbetreiber daraus Früher war alles besser gemacht, was nicht in meinem Sinne war.
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Komisch oder seltsam? 
Sunday, 02. February, 2014 - Gedanken und Gedichte
Es ist kurios, wie oft komisch und seltsam als Synonyme verstanden werden. Noch kurioser ist es, daß ausgerechnet Menschen, die sich auf die deutsche Sprache verstehen sollten, wie etwa Drehbuchautoren oder Journalisten, diese beiden Wörter fortwährend durcheinanderbringen.

Interessanterweise wird häufer etwas Seltsames als etwas Komisches begriffen, aber seltener umgekehrt: Ist es nicht komisch, daß Frau Meyer die Treppe heruntergefallen ist und sich das Genick gebrochen hat? Doch keiner sagt über einen lustigen Clown nicht: Ist er nicht fürchterlich seltsam? Oder hat jemand schon einmal einen Filmkritiker sagen hören: "Dieser Film ist voll mit unfreiwilliger Seltsamkeit", obwohl er gewiß "unfreiwillige Komik" meinte?

Meinetwegen darf man diese Wörter verwechseln, wenn man es nicht besser kann – aber wie komisch-seltsam-merkwürdig wirkt das auf Menschen, die es besser können?
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Wiglaf Droste - Der übersetzte Dylan 
Monday, 27. January, 2014 - Kabarett und Satire
Gestern habe ich mich köstlich über Wiglaf Droste amüsiert und bin aus dem Lachen kaum herausgekommen. So möchte ich Euch diesen Link "antun":

Wiglaf Droste - "Der übersetzte Dylan"
http://www.youtube.com/watch?v=32CzxSiWdbk
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Die deutsche Kneipenkultur 
Thursday, 23. January, 2014 - Allgemein
Auf der Seite "Weißte noch?" findet sich ein neuer Artikel von mir:

"Die deutsche Kneipenkultur"
http://www.weisstenoch.de

Viel Spaß oder Empörung beim Lesen!
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Zu voll des Anspruchs? 
Friday, 17. January, 2014
Wie erschütternd ist es, daß sich Freunde als Freunde ausgeben. Doch sobald man sie beansprucht, haben sie tausende Ausreden, damit man sie möglichst nicht beansprucht.

Der Mensch nagt an Zweifeln, doch noch mehr an dem Knochen der Gedankenlosigkeit vermeintlicher Freunde.
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2005 und 2013 – noch immer abgehartzt? 
Tuesday, 07. January, 2014
Ja, liebe Gemeinde, sieben Jahre ist es her, daß ich einen Artikel über die Volksverhetzung der damaligen Bundesregierung – ebenso Schwarz-Rot wie dieser Tage – schrieb. Viele dieser Nasen logen uns vor acht Jahren die Hucke voll und dürfen das dank all der Menschen, die immer das gleiche wählen oder anscheinend glauben, der Wahl- sei ein Lottozettel.

Bisweilen könnte man glauben, daß all den "Bild"-Lesern und den sog. bildungsfernen Schichten eine Diktatur lieber wäre, damit ihnen die Qual der Wahl abgenommen werde. Schlimm genug ist ja schon, daß beinahe die Hälfte der Wähler(innen) nicht einmal weiß, wie man wählt!

Deshalb dürfen ähnliche schwarz-roten Typen wie 2005 jetzt wieder heran – dürfte ich bitte einmal den Qualifkationsnachweis dafür sehen? –, und vielleicht gibt es erneut eine solche Volksverhetzung wie damals. Allerdings werde ich sie diesmal anzeigen, sollten sie ein weiteres Mal eine Broschüre herausbringen, worin eine Gesellschaftsschicht gegen die andere aufgehetzt wird.

Brächte ich einen Artikel ohne Quellen und Belege heraus, hielte man mich nicht für seriös. Die Bundesregierung durfte das, ohne daß irgendjemand deren Rücktritt verlangt hätte:

(Leider stimmen nach dieser langen Zeit weder das Format noch die Links. Deshalb erst einmal das Original aufrufen: http://www.gerhard-wisnewski.de/Politik/Innenpolitik/Abgehartzt-Propaganda-statt-Beweise-bei-Hartz-IV.html )

Abgehartzt - Propaganda statt Beweise bei Hartz IV

Geschrieben von Gerhard Wisnewski
Sunday, 11. June 2006

Von Marco Müller

Etwas zu behaupten, ohne Belege dafür zu liefern und damit durchkommen zu wollen, zeugt von ziemlicher Dreistigkeit. Die deutsche Bundesregierung versuchte sich an einer solchen Glanzleistung, als sie den Hartz-IV-Mißbrauch anprangern wollte, bis sich herausstellte, daß dieser Pranger erst noch gebaut werden muß.

Vor einigen Tagen war landauf, landab zu lesen von: "Schärfere Sanktionen" (n-tv), "Sanktionen für Arbeitsunwillige beschlossen" (ZDF), "Arbeitsunwillige werden hart sanktioniert" (Focus), "Druck auf Langzeitarbeitslose steigt" (MDR), "Jobverweigerern droht Streichung von ALG II" usw. usf. Entlang der offiziellen Linie bastelten auch die etablierten Medien an der Kampagne gegen "Arbeitsunwillige". Es schien so, als sei für Arbeitslose ganz Deutschland ein Selbstbedienungsladen: Jeder steckt auf Kosten der Allgemeinheit ein, soviel er kann. Vergeblich suchte man jedoch hinter diesen Schlagzeilen genauere Zahlen, etwa wie viel durch Mißbrauch dem Staate verlorengeht oder wie hoch die Zahl der Hinterzieher eigentlich ist. Erst ein Blick auf die NachDenkSeiten von Albrecht Müller ("Die Reformlüge") brachte mehr Licht in diese Angelegenheit:

"Ganz versprengt, in der Thüringer Allgemeinen findet man eine knappe Meldung der Bundesagentur für Arbeit: Nach belastbaren Zahlen seien lediglich 26 Millionen Euro an Leistungen zu Unrecht ausgezahlt worden. Allenfalls 5 % der Langzeitarbeitslosen hätten Alg II zu Unrecht neben weiteren, nicht angegebenen Einkünften erhalten."

Über einen weiteren Link gelangt man schließlich zu einem Blog-Eintrag bei Pickings.de: "Wissenschaftliche Studien zum Missbrauch von Sozialleistungen nicht bekannt". Kurz gesagt: Mitte Dezember 2005 hatte die Fraktion der Linkspartei die Bundesregierung gebeten, einige erklärende Aussagen zu dem im August 2005 erschienenen Report "Vorrang für die Anständigen - Gegen Missbrauch, 'Abzocke' und Selbstbedienung im Sozialstaat" abzugeben. Was die Bundesregierung daraufhin als Erklärung abgab, muß man sich auf der Zunge zergehen lassen (siehe Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage (...) - Drucksache 16/222):

"Ziel des Reports war es, durch die pointierte Darstellung von ausgewählten Fällen die Öffentlichkeit auf die Problematik des Leistungsmissbrauchs aufmerksam zu machen. Eine wissenschaftliche Begleitung war zur Erreichung dieses Zieles nicht erforderlich."

Pardon, liebe Bundesregierung, aber worin besteht die "Problematik des Leistungsmißbrauchs", wenn diese nicht durch stichhaltige Argumente untermauert wird? In gleicher Weise könnte man sich Einzelfälle herauspicken, in denen Politiker ungerechtfertigt "Schatteneinkommen" (Einkommen aus Regierungs- und Abgeordnetenmandat) bezogen haben, in illegaler Weise Spenden annahmen und die Spendernamen flugs "vergaßen" oder sogenannte Privatkredite von überaus freundlichen Lobbyisten erhielten - all diese Fälle sind aktenkundig -, und diese Einzelfälle ließen sich auf das Gros der Politiker übertragen. Eines Arguments oder gar eines Beweises bedürfte es dazu nicht; es genügte allein die Behauptung, wie die Bundesregierung sehr deutlich zeigt.

"Der Bundesregierung sind wissenschaftliche Studien bezüglich des Missbrauchs von Sozialleistungen durch die Bezieher der Grundsicherung für Arbeitsuchende oder über die Höhe des Missbrauchs von Eingliederungsleistungen, die auf der Grundlage der zum 1. Januar 2005 in Kraft getretenen Grundsicherung für Arbeitsuchende gewährt wurden, durch Unternehmen nicht bekannt."

Erneut bitte ich um Pardon, liebe Bundesregierung, aber wenn Sie nun zum zweiten Male bekennen, daß es weder wissenschaftliche Studien noch genaue Zahlen gab, Sie also lediglich zu Einzelfällen griffen, so ist in dieser "pointierten Darstellung von ausgewählten Fällen" nur eines zu sehen: Das Aufhetzen des (noch arbeitenden) Volkes gegen Arbeitslose, um von der eigenen Inkompetenz, wenn nicht gar der eigenen Korrumpierung abzulenken. Mit Unterstützung der Wirtschaft und der Medien schaffen Sie ein soziales Klima, das allmählich das Volk entsolidarisieren soll und so den Weg für weitere "Reformen" bereitet, die dann natürlich notwendig werden. Dies gleicht einer selbsterfüllenden Prophezeihung! Wie weit wollen Sie das noch treiben: heute mißbrauchen Arbeitslose das Hartz IV, morgen mißbrauchen Behinderte den Grundsicherungsanspruch, übermorgen mißbrauchen alte Menschen die Pflegeversicherung? Klingt dieser Vorwurf möglicherweise allzu drastisch und übertrieben? Au contraire! Denn wie wir nun begriffen haben sollten, braucht unsere Regierung weder Argumente noch Beweise, um gegen bestimmte - unnützig gewordene? - Bevölkerungsgeschichten zu hetzen. In einer anständigen Demokratie hätte solch eine Hetze freilich keinerlei Chance. Doch dank der freundlichen Unterstützung von Wirtschaft und etablierten Medien wird ihr in unzähligen Ausführungen und Reportagen ein scheinbar argumentativer Anstrich verliehen, bis selbst der letzte Kritiker zu der Einsicht gelangt:Irgend etwas Wahres muß an der Sache schon dran sein!

Siehe auch:- Neues Deutschland, 06.06.2006: BA dementiert Betrugspropaganda
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Gebrochene Lippen 
Monday, 09. December, 2013
Zwischen meinen gebrochenen Lippen liegt so manche Wahrheit,
die uns verbindet und vielleicht doch trennt.
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Alt und Neu 
Sunday, 08. December, 2013 - Gedanken und Gedichte
Kurios ist es, daß wir das Neue gern ablehnen, weil es so neu ist, und das Alte lieber beibehalten, weil es so alt ist.

Umgekehrt trifft das seltsamerweise ebenfalls zu.
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Für Regina: Rauchverbot, aber warum? 
Sunday, 01. December, 2013
Seit fünf, sechs gibt es "dank" der EU ein Rauchverbot. Und das aufgrund einer ominösen Studie, daß etwa in Deutschland allein ob des Passivrauchens um die 3000 Menschen stürben.

3000 Menschen? Würde man diesem EU-Gedanken folgen, müßte es dementsprechend auch der Straßenverkehr darniederliegen, denn 2012 starben 3600 Menschen dort. Das ist nicht passiert. Warum nicht: Zählen diese Toten nicht?

Aber was das Rauchen betrifft, reagiert man hektisch bis hyhienisch und hysterisch!

Oder will man hierzulande die Kneipenkultur, die nun einmal aus Bier und Zigarette besteht, abschaffen und die Leute in ihren Wohungen isolieren? Wer will schon in einer Kneipe sein Bier und das Schnäpschen, ohne eine qualmen zu dürfen – das klingt wie ein Widerspruch in sich.

Interessant ist, wie schnell bemerkt wurde, daß Passivrauchen nicht gesundheitsfördernd ist. Mehr als fünfzig Jahre hat das gedauert! Wird man dementsprechend

- in ein paar Jahren verwirklichen, daß Kennedy nicht von Oswald erschossen wurde und endlich die Akten freigeben?

- nach 2051 in den Akten – warum werden sie zurückgehalten, wenn es nichts zu verbergen gäbe ? – über das angebliche Attentat von angeblichen 19 Moslems am 11.9.2001 mehr erfahren?

- kapieren, daß der US-Verteidigungseta über 500 Mrd. beträgt und es bloß ein Zehntel davon brauchte, Menschen in Brot und Bildung zu bringen.

Doch davon wollen wir nicht reden, gell? Die angeblich 3000 Toten sind ein zu nahes Ziel, um sich nicht darauf festzulegen.

Welch ein Unfug!
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Dieter Hildebrandt ist tot 
Thursday, 21. November, 2013 - Kabarett und Satire
Nein, ich möchte Dieter Hildebrandt nicht huldigen oder ihn mit Synonymen und anderen Vergleichen zu etwas erheben, das er vielleicht war oder vielleicht niemals war.

Dieter Hildebrandt war Dieter Hildebrandt – das ist meine einzige Aussage!

Er war ein generationsübergreifender Kabarettist, bei dem solche Leute wie Dieter Nuhr wie Statisten wirkten.

Mehr als zwanzig Jahre lang stotterte sich Hildebrandt durch den Scheibenwischer und war dabei eine Inspiration für Kabarettisten wie Volker Pispers, Georg Schramm und Matthias Deutschmann. [1] Ein solcher Mann verdient den Respekt, nicht von Nuhr, Barth oder gar Cindy aus Marzahn überfahren zu werden.

Denn Kabarett meint noch immer, auf unbequeme Mißstände hinzuweisen, statt sich an ihnen belanglos zu erheitern.

Ich hoffe, Dieter Hildebrandt wird trotz dieser zu vielen Belanglosigkeit nicht vergessen werden.

[1]
Volker Pispers: www.volkerpispers.de
Georg Schramm: www.georg-schramm.de
Matthias Deutschmann: www.matthiasdeutschmann.de
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2013 – das Jahr, in dem wir weiterschrieben 
Wednesday, 13. November, 2013 - Allgemein
Nach über sechs Jahren führe ich meinen Blog fort. Als Fingerübung setze ich erst einmal hier einen Text hinein, den ich heute an die liebenswerte Retro-Seite Weißtenoch? geschickt habe. Mal schauen, ob er veröffentlicht wird:


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Einmal Currywurst mit Schaschliksoße, bitte!

Weißte noch?

Früher gab es noch richtige Currywürste – und zwar die in Pappschälchen mit dunkelbrauner Schaschliksoße, worin man das beigelegte Brötchen tunken konnte! Doch wo ist sie abgeblieben: die echte, die pikante und die oberleckere Schaschliksoße? Statt dessen bekommen wir schon jahrelang lieblos Ketchup und, je nach Schärfegrad, irgendein Gewürzpulver auf die Currywurst geklatscht.

Das verhält sich in unserer Zeit so ähnlich wie mit Cappuccino oder Spaghetti Napoli: Auf erstes gehört heißer Milchschaum, doch manche Gastronomen nehmen lieber normalen Kaffee und sprühen einfach Sahne aus der Dose drüber; auf zweites gehören zu dem simplen Nudelgericht wenigstens Knoblauch, Olivenöl sowie Basilikum, aber nicht bloßes Ketchup, das mit ein paar Trockengewürzen verrührt wird.

Heutzutage muß alles schnell gehen, wobei der Geschmack auf der Strecke bleibt...

Damit wir das nicht bemerken, erklären uns die Imbißstände gern, es handele sich um ein langgehütetes Geschäftsgeheimnis, falls wir einmal danach fragen, was denn in der Soße sei. Diese Schutzbehauptung liegt jedoch wohl meist daran, daß so etwas wie eine Schaschliksoße nicht von jetzt auf gleich herzustellen ist. Vor allem zählt dazu stundenlanges Schmoren von Spießen, damit der Bratensaft richtig schön herausläuft und sich daraus eine schmackhafte Soße binden läßt.

Currywurst ohne Schaschliksoße? Ungeheuerlich!

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Nachtrag: Der Artikel wurde veröffentlicht, siehe:

Einmal Currywurst mit Schaschliksoße, bitte!
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Aus! 
Wednesday, 11. July, 2007 - Allgemein
+++ Aus persönlichen Gründen wird Essays, Kommentare, Pamphlete auf unbestimmte Zeit geschlossen. +++
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Die schmutzige Feldarbeit des ZDF 
Friday, 18. May, 2007 - Medien
Am 19. Februar 2007 schrieb ich in dem Artikel Apropos Jens Jessen über den ständigen Vorwurf des Sozialschmarotzertums:

So ist es folgerichtig und sinnvoll, daß die verantwortlichen Politiker die Schuld lieber den Leistungsempfängern zuschieben, und solche "Schmarotzer"-Botschaften werden gehorsam von den Massenmedien verbreitet, wenn sie nicht gar in dieselbe Kerbe hauen, wie etwa die Zeitungs- und Fernsehbeiträge zeigen, die regelmäßig zur Spargelerntezeit veröffentlicht werden.


Nun ist Spargelerntezeit und - oh, siehe da! - schon kommen die Journalisten des ZDF erschöpft von der Feldarbeitsfront zurück, um tief im Propagandahumus zu wühlen und mit dreckigen Fingern aufzugreifen, wie faul doch wieder einmal das deutsche Arbeitslosenpack ist, bevor man sich nach geleisteter Enthüllung mit anderen "Edelfedern" zu diesem oder jenem Fläschen Dom Pérignon verabredet.
   Denn für solch eine investigative "Öffentlichkeitsarbeit" müssen die Journalisten einfach fürstlich entlohnt werden, wenn sie nicht müde werden, sie Jahr für Jahr wiederholen. Oder sollte man annehmen, diese Leute schreiben stets das gleiche, weil sie entweder zu dumm oder zu faul sind, wenigstens etwas Phantasie oder Denkvermögen walten zu lassen?
   Solche Journalisten sollten, quasi als "Feldversuch", selbst für einige Wochen den Korrekturstift gegen das Spargelstechmesser austauschen, damit auch sie einmal berechtigt buckeln und nicht bloß vor jenen Kreisen, die ihnen das ständige Agitieren versilbern.

Feldarbeit - nein danke!
ZDF, ZDF.reporter, 16.05.2007, 21.00 Uhr
http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/31/0,1872,5415807,00.html

PS: Kleine Scherzfrage am Rande: Wer war zuerst da: Henne oder Ei, debile Zuschauer oder Kommerzfernsehen, Journalist oder Hund(t)?
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SPIEGEL-Leser bezahlen ihre eigene Gehirnwäsche - mit 171,60 Euro im Jahr. 
Friday, 27. April, 2007 - Politik, Medien
SPIEGEL-Leser bezahlen ihre eigene Gehirnwäsche - mit 171,60 Euro im Jahr.

Eine Analyse zu einem Beitrag im Spiegel Nr. 17/2007 vom 23.4.2007 mit dem Titel: "Wirtschaftswunder 2.0"

Von Albrecht Müller

Vorbemerkung:
Immer noch wird der "Spiegel" in manchen Kreisen als Nachrichtenmagazin und als ein relativ kritisches Organ betrachtet. Tatsächlich ist der Spiegel heute wirtschaftspolitisch zu einem einseitig ideologisch ausgerichteten Kampforgan geworden. Ausgeklügelte Kampagnen der Meinungsbeeinflussung zu Gunsten zum Beispiel der Versicherungswirtschaft und der Banken bestimmen über weite Strecken die Berichte und Kommentare zu Demographie und Altersvorsorge. Genauso engagiert sich der Spiegel seit Jahren für die so genannte Reformpolitik. Das Blatt hat ausführlich daran mitgearbeitet, unser Land und seine sozialen Strukturen in einem schlechten Licht erscheinen zu lassen. Dramatisierung war und ist an der Tagesordnung. Dafür steht schon der Leiter des Berliner Büros des Spiegel, Gabor Steingart, mit seinen Büchern über den angeblichen "Abstieg des Superstars" Deutschland und den angeblich ausbrechenden Wirtschafts-Weltkrieg. Und jetzt entdeckt der Spiegel plötzlich ein leibhaftiges Wirtschaftswunder.

Gegen Meinungsäußerungen und Bewertungen wäre an sich noch nichts einzuwenden. Was uns aber in dem zu kommentierenden Beitrag an Übertreibungen geboten wird, ist nicht mehr erträglich. Und dass viele Fakten nicht stimmen oder falsch interpretiert sind, zeigt, wie der Spiegel arbeitet:

[mehr...]
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Für Loulou 
Thursday, 12. April, 2007 - Gedanken und Gedichte

Deine Stille ist wie das Feuer,
das in meiner Seele brennt.
Erst berührt es mich,
dann schmerzt es fürchterlich.
Schließlich verbrennt es mich.



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Apropos Jens Jessen 
Monday, 19. February, 2007 - Medien
Im letzten Eintrag erwähnte ich Jens Jessens "Die Quoten-Idioten". Einen weiteren lesenswerten Artikel verfaßte der Journalist zu der unsäglichen Bertelsmann-Kampagne "Du bist Deutschland", für die u. a. stets so löblich erwähnte Gestalten wie Günther Jauch, Walter Kempowski, Sandra Maischberger, Dominic Raacke, Marcel Reich-Ranicki, Harald Schmidt und Ulrich Wickert Gesicht und Person hergaben. (Komplette Liste, siehe: Daten und Fakten zur Kampagne.) Jessen nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn er schreibt:

Jedenfalls würde man gerne erleben, wie die Werbetexter, die sich diesen Schwachsinn ausgedacht haben, einem fünfzigjährigen Ingenieur erklären, dass er seinen Arbeitsplatz nur deswegen verloren hat, weil er vergaß, dass auch August Thyssen, Ferdinand Porsche oder andere berühmte Werktätige der deutschen Vergangenheit einmal klein angefangen haben. »Du bist Thyssen« – »Du bist Porsche«. Gewiss doch! Gewiss hätte unser Ingenieur das Zeug dazu, ein Porsche zu werden, wenn seine Fähigkeiten dazu nur auf dem Markt nachgefragt würden. Muss man den Initiatoren der Kampagne, die aus der Medienwirtschaft kommen, erst eigens erklären, dass unsere Probleme auf einem Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage beruhen, dass Kapital knapp geblieben, Arbeitskraft aber im Überfluss vorhanden ist?


Das ist ein gewichtiger Punkt: Angebot und Nachfrage! Es gibt ja nicht fünf Millionen Arbeitslose, weil die allesamt faul und lieber losgelöst von Arbeit wären, wie dies auf so manchen Politiker zutrifft, sondern ihre Arbeitskraft ist auf dem Markt schlichtweg nicht gefragt. Doch diese Wahrheit nehmen die Regierenden ungern in den Mund, wäre doch damit für jedermann ersichtlich, daß all die Auseinandersetzungen um Ein-Euro-Jobs, Kombilöhne, ALG2 usw. lediglich Scheindiskussionen wären, die am eigentlichen Thema vorbeigingen.
   So ist es folgerichtig und sinnvoll, daß die verantwortlichen Politiker die Schuld lieber den Leistungsempfängern zuschieben, und solche "Schmarotzer"-Botschaften werden gehorsam von den Massenmedien verbreitet, wenn sie nicht gar in dieselbe Kerbe hauen, wie etwa die Zeitungs- und Fernsehbeiträge zeigen, die regelmäßig zur Spargelerntezeit veröffentlicht werden.
   
"Leistung muß sich wieder lohnen!" Solche und ähnliche Sprüche geben Politiker gerne von sich, wenn sie sonst nichts zu sagen wissen. Das klingt gut, das kommt gut rüber, das scheint etwas auszusagen - doch es ist ebenso inhaltslos wie die eingangs erwähnte Kampagne.
   Denn hinter Worten müssen auch Taten stehen!
   Wäre es nämlich tatsächlich der Fall, daß sich Leistung (wieder) lohnte, wäre jede Debatte über "Sozialschmarotzer" und "Du bist Deutschland" hinfällig. Dann gäbe es ja keine Unzufriedenheit, die mit zynischen Politikersprüchen und bertelsmännischen Wohlfühlkampagnen bekämpft werden müßte.

Du bist Werbeagentur - Die Deutschlandkampagne
Jens Jessen, Die Zeit, Ausg. 41/2005
http://www.zeit.de/2005/41/Spitze_41

Oh du schöne Spargelzeit...
Westpol (WDR)
http://www.wdr.de/tv/westpol/beitrag/2006/05/20060507_spargel.jhtml
(Angesichts der vielen Rechtschreibfehler, die das Sendemanuskript enthält, sollte der WDR sich vielleicht einen Korrektor leisten, statt auch ihn aufs Spargelfeld schicken zu wollen.)

Vom Heuschrecken- zum Hunger-Müntefering
Saar-Echo, 18.05.2006
http://www.saar-echo.de/de/art.php?a=32023

Alles "Parasiten"?!
Björn Radke (WASG)
http://www.w-asg.de/28+M5e787181028.html
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Deutschland in Sehnot 
Sunday, 18. February, 2007 - Medien
Wieder einmal ist es Karnevalszeit! Wer's mag, bitte schön... Nur leider zeigt sich dieser Tage noch eindrucksvoller als sonst, wie sehr das Niveau der öffentlich-rechtlichen Sender gesunken ist. Vom Privatfernsehen erwartet man ja nicht anderes; dort ist Oberflächlichkeit der Standard, wenn nicht gar ein Gütesiegel: sinnlose Sendungen für debile Zuschauer, veranstaltet von quotengeilen Programmachern. Daß aber ARD und ZDF unbedingt unter das Niveau der Privatsender kriechen wollen, indem sie all das umschiffen, was halbwegs nach Anspruch aussieht, ist ein riesengroßes Ärgernis!

Wann immer es nötig war, habe ich die GEZ-Gebühren verteidigt. Denn es mußte einen quotenunabhängigen Kontrast zu den Kommerzmedien geben, und dieser Ansicht bin ich nach wie vor. Allerdings gehen mir allmählich die Argumente aus, denn worin unterscheiden sich dramatisch die subventionierten noch von den privaten Sendern? Dazu fällt mir nicht viel ein, denn: Politmagazine kürzte man um eine Viertelstunde, Information verwandelte sich zu Infotainment, Dokumentationen wurden vermehrt trivial.
   So nimmt es nicht wunder, wenn etwa das ZDF Plakatwände mit dem Spruch "Mit dem Zweiten sieht man besser" vollkleistern läßt. Das Programm wirbt nicht für sich selbst, ergo müssen die Zuschauern mit solch einer alberner Werbung - bezahlt mit GEZ-Gebühren?! - "überzeugt" werden. Indessen geht die ARD offenbar einen anderen Weg. Weil sie über so viele Sendeanstalten verfügt, wird einfach auf allen dritten Kanälen ein ähnliches Programm gezeigt, so daß der Zuschauer glaubt, er habe die freie Entscheidung. Die hat er auf alle Fälle, zum Beispiel heute abend:

- Närrische Hitparade 2007 (WDR)
- Schwäbische Fasnet aus Esslingen (SWR)
- Franken Helau (BR)
- Niederhöchstadt feiert Fassenacht (HR)
- Das große Wunschkonzert (NDR)
- Straße der Lieder (MDR)
- Heut' steppt der Adler (RBB)

Nicht daß hier ein falscher Eindruck entsteht: Meinetwegen sollen sich die Menschen dazu animieren lassen, auf dem heimischen Sofa mit der Oma zum Powerschunkeln anzusetzen und viel Spaß daran zu haben. Sehr angenehm wäre es jedoch, böte die ARD dieselbe Hingabe mit derselben Vielfalt in derselben Ausführlichkeit, wie sie derzeit dem Karneval gilt, für anspruchsvollere Sendungen auf. So finde ich es beispielsweise bedauerlich, daß es zu den Schachweltmeisterschaften schon lange keine entsprechenden Begleitsendungen mehr gibt, und der Fernsehschachpreis Schach der Großmeister wurde im Jahre 2005 endgültig eingestellt.
   Freilich, nicht jeder wird es für unterhaltsam halten, wenn zwei Großmeister wie Helmut Pfleger und Vlastimil Hort amüsant weltmeisterliche Schachpartien analysieren. Aber bemüht lustige Karnevalssitzungen sind schließlich auch nicht jedermanns Sache!

Ein bißchen Literatur:

Die Quoten-Idioten - Warum ARD und ZDF die Zuschauer verachten
Die Zeit, Ausg. 36/2000
http://www.zeit.de/archiv/2000/36/200036_fernsehen.xml?page=all
(Ein hervorragender Artikel von Jens Jessen.)

Das Ende einer Ära - Zum letzten Mal: Schach der Großmeister
Chessbase News
http://www.chessbase.de/nachrichten.asp?newsid=4651

Der Zugbegleiter
Die Zeit, Ausg. 48/2006
http://www.zeit.de/2006/48/Portraet-Helmut-Pfleger?page=all
(Ein Porträt des Schachgroßmeisters Helmut Pfleger. Leider ist der Artikel arg verkitscht.)
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Adieu 2006! 
Sunday, 31. December, 2006 - Gedanken und Gedichte
Und wieder ist ein Jahr vergangen. Statt an Feuerwerk und Alkohol möchte ich an diesem Silvesterabend einmal an die Beschäftigten jener Krankenhäuser denken, die spätestens nach Mitternacht wieder alle Hände voll zu tun haben werden.
   Denn die Menschen werden nicht klug. Nicht nur zur Grillsommerzeit, auch zu Silvester müssen immer und immer wieder Verbrennung, zerfetzte Gliedmaßen und ähnliches behandelt werden, weil in unverantwortlicher Weise mit gefährlichen Stoffen umgegangen wird.
   Die Unverantwortlichkeit mußte ich unter anderem gestern abend feststellen, als ich mit einigen Lebensmittel beladen eine Straße entlanglief und jemand aus einem Fenster einen Böller warf, der keine drei Meter von mir entfernt explodierte. Leider sah ich in der Dunkelheit nicht, woher genau das Ding geworfen wurde, aber die Kraftausdrücke, die ich nach oben schrie, möchte ich hier nicht wiedergeben.

Ginge es nach mir, würde ich all die schweren Böller, zum Beispiel die sogenannten Kanonenschläge, verbieten. Nichts gegen buntleuchtende Raketen und glitzernde Lichterspiele, aber solche Böller, mit denen etliche Leute unverantwortlich umgehen oder die dazu geeignet sind, das Gehör zu schädigen, sind bestimmt nicht notwendig, um Silvester feierlich zu begehen. Diese Dinger sind einfach zu laut und zu gefährlich.
   Es sei einmal linkisch gefragt, wieviel die Körperverletzungen am Silvesterabend die Krankenkassen wohl kosten? Aber solch eine Frage ist wahrscheinlich zu ketzerisch, und der eine oder andere wird einem vorwerfen, man sei spaßfeindlich oder ginge zum Lachen in den Keller. Möglicherweise ist die Kostenfrage nur gestattet, wenn es sich um die schlimmen, schlimmen Raucher handelt.

Nun denn, ich werde jedenfalls heute abend eher eine Zigarette als einen Böller anzünden...

Adieu 2006!


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Globalization is US 
Tuesday, 14. November, 2006 - Politik, Allgemein
Beim Stöbern nach Anglizismen und "Denglisch"-Wörtern fand ich diese interessante Beobachtung:

"Was Globalisierung genannt wird, ist nichts anderes als die Amerikanisierung der Welt, das heißt, die Unterwerfung unter die wirtschaftliche und politische Hegemonie der USA. Die einzige Nation, die sich unter der Globalisierung nicht zu ändern braucht, sind die Vereinigten Staaten von Amerika. Es ist die Welt, die sich Amerika anpassen muss."

(Heinrich Jaenicke in einem Beitrag des Sterns vom Dezember 2000; zit. nach VDS, Verein Deutsche Sprache e. V.)


Siehe auch:

- VDS: Argumente zur deutschen Sprache

PS: Der Titel der Überschrift stammt von dem US-Amerikaner Thomas Friedman. Allerdings schrieb er am 10. Februar 1997 lediglich von "Globalization is us" in der International Herald Tribune.
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Schopenhauer und der wohlfeile Nationalstolz 
Thursday, 31. August, 2006 - Allgemein
Jemand hat sich über meinen Eintrag Rote Karte für Deutschland mokiert. Für alle, die meine Aussage bewußt oder bewußtlos mißverstehen wollen - vielleicht sollten sie dort die letzten beiden Absätze nochmals lesen -, sei dieser Schopenhauer gewidmet:

"Die wohlfeilste Art des Stolzes hingegen ist der Nationalstolz. Denn er verräth in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte, indem er sonst nicht zu dem greifen würde, was er mit so vielen Millionen theilt. Wer bedeutende Vorzüge besitzt, wird vielmehr die Fehler seiner eigenen Nation, da er sie beständig vor Augen hat, am deutlichsten erkennen. Aber jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er Stolz seyn könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu seyn: hieran erholt er sich und ist nun dankbarlich bereit, alle Fehler und Thorheiten, die ihr eigen sind, (...) zu vertheidigen."

(Arthur Schopenhauer, Parerga und Paralipomena I, Lütkehaus-Ausgabe)


Dazu sei erwähnt: Die Fußballweltmeisterschaft ist längst vorbei, doch noch immer gibt es welche, die (nicht nur) die deutsche Fahne aus dem Fenster hängen lassen oder sie an Fahrrad oder Auto montiert spazierenfahren. Während der Weltmeisterschaft konnte man über dieses seltsame Verhalten vielleicht noch schmunzeln, doch jetzt wirkt es ziemlich albern.

Für all die (r)echten Deutschen sei als Therapie Konstantin Wecker empfohlen. Hannes Wader meinte anläßlich eines gemeinsamen Konzertes ("Was für eine Nacht...! Live"), viele wüßten nicht, daß Konstantin Vegetarier gewesen sei: jahrelang habe er sich von den Extrakten der Kokapflanze ernährt. (Wunderschön süffisant!)
   Aber im Gegensatz zu den vielen Deutschland- und Bierfahnen wußte die "vegetarische Ernährung" den Weckerschen Geist nicht zu vernebeln: Vaterland (2001).
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Max Goldt kommt auf Touren 
Wednesday, 19. July, 2006 - Kabarett und Satire

Wer den Satiriker Max Goldt nicht kennt,
der hat sein Leben lang gepennt.


In Ordnung, in Ordnung, diese Aussage läßt sich angreifen und hält der Überprüfung eines Pendanten kaum stand. Aber alle anderen sollten Max Goldt unbedingt einmal gelesen, oder noch besser: gehört haben! Ich empfehle vor allem sein Hörbuch Der Krapfen auf dem Sims, selbstverständlich vom Verfasser selbst gelesen. Und wer Max Goldt zudem sehen will, der folge diesem Tourplan:

Fr. 18.08.06 20:00 A-Salzburg, Salzburger Festspiele / Republic
Mo. 21.08.06 20:00 CH-Zürich, Kaufleuten
Di. 05.09.06 20:00 Berlin, Berliner Ensemble
Mi. 06.09.06 20:00 Berlin, Berliner Ensemble
Fr. 08.09.06 20:00 Magdeburg, Moritzhof
Di. 12.09.06 20:00 CH-St. Gallen, Kellerbühne
Mi. 13.09.06 20:00 A-Feldkirch, Theater am Saumarkt
Do. 14.09.06 20:00 Waldshut-Tiengen, Ali Theater Tiengen
Fr. 15.09.06 20:00 Weingarten, Linse
Sa. 16.09.06 19:30 CH-Bern, Stadttheater
Mi. 20.09.06 20:00 Bonn, Pantheon
Do. 21.09.06 20:00 Oberhausen, Ebertbad
Fr. 22.09.06 20:00 Hattingen, Stadtmuseum Hattingen-Blankenstein
Sa. 23.09.06 20:30 Soest, Alter Schlachthof
Di. 10.10.06 20:00 Kiel, Schauspielhaus
Mi. 11.10.06 20:00 Hamburg, Deutsches Schauspielhaus
Mo. 23.10.06 20:00 Göttingen, Junges Theater
Di. 24.10.06 20:00 Göttingen, Junges Theater
Mi. 25.10.06 20:30 Oldenburg, Kulturetage
Do. 26.10.06 20:00 Osnabrück, Rosenhof
Fr. 27.10.06 20:00 Wupertal. Rex
So. 05.11.06 20:30 Ludwigshafen, Das Haus
Mo. 06.11.06 20:00 Hamm, Maximilianpark
Di. 07.11.06 20:00 Münster, Prinzipalsaal
Fr. 10.11.06 20:00 Stuttgart, Theaterhaus
Sa. 11.11.06 20:00 Stuttgart, Theaterhaus
So. 19.11.06 20:30 Leipzig, Schaubühne Lindenfels
Mo. 20.11.06 20:30 Leipzig, Schaubühne Lindenfels
Di. 21.11.06 20:00 Dresden, Staatsschauspiel
Mi. 22.11.06 20:00 Erfurt, Kaisersaal (Herbstlese)
So. 03.12.06 20:30 Köln, Comedia
Mo. 04.12.06 20:00 Köln, Comedia
Di. 05.12.06 20:30 München, Schlachthof
Mi. 06.12.06 20:30 München, Schlachthof
Do. 07.12.06 19:30 Augsburg, Parktheater
Di. 12.12.06 20:00 Hannover, Pavillon
Mo. 18.12.06 20:00 Frankfurt, Mousonturm
Di. 19.12.06 20:00 Frankfurt, Mousonturm
Mi. 20.12.06 20:00 Düsseldorf, Zakk
Di. 09.01.07 20:00 Mannheim, Capitol
Mi. 10.01.07 20:00 Speyer, Historischer Ratsaal
Do. 11.01.07 20:30 Karlsruhe, Tollhaus
Fr. 12.01.07 20:00 Mainz, Frankfurter Hof

(Quelle: http://www.katzundgoldt.de)

Mehr über das Leben und Werkeln Max Goldts bei: Tom Produkt.
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Die unstillbare Bestie Staat 
Friday, 07. July, 2006 - Politik
Statt vieler eigener Worte heute zwei Links zu Artikeln bei Telepolis, einem der besten Onlinemagazine, wenn nicht sogar das beste:

- Geheimdienste bekommen mehr Befugnisse

- Die Befürwortung der eigenen Entrechtung

Es stellt sich die Frage, wie lange wir diese Scheindemokratie, in der wir leben, überhaupt noch Demokratie nennen dürfen. Schon heute

- wählen wir, ohne daß sich etwas ändert (z. B. ein halbes Jahrhundert stets CDU/CSU oder SPD)
- dürfen wir unsere Meinung sagen, ohne daß sich etwas ändert
- und wenn sich etwas ändert, werden wir nicht gefragt (z. B. Euro).

Das ist totalitär, das trägt diktatorische Züge, denn wenn Demokratie bedeutet, daß wir als Zuschauer nur zwischen diesem oder jenem Lobbyisten - volkstümlich auch Politiker genannt - entscheiden dürfen, so handelt es sich bloß um eine Scheindemokratie: der (Geld-) Schein überstrahlt den ganzen Schmutz.
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Rote Karte für Deutschland 
Wednesday, 05. July, 2006 - Allgemein
4. Juli 2006, die letzte Stunde vor Mitternacht. Der schwarzrotgoldene Budenzauber hat endlich einen Dämpfer erfahren: bei der Fußballweltmeisterschaft gewinnt Italien gegen Deutschland mit 2:0.

In meiner Umgebung habe ich in den vergangenen drei Wochen keinen Hehl daraus gemacht, der deutschen Nationalelf alles Gutes, nämlich ein frühes Ausscheiden zu wünschen.
   Alle möglichen Menschen, von denen ich es nicht unbedingt erwartet habe, malten sich die deutschen Farben auf die Wangen, trugen entsprechende Trikots und klemmten sich diese Fähnchen an die Fahrzeuge. Die Blöd-Zeitung titelte mit "schwarz-rot-geil". Euphorie allenthalben, und nicht selten lagen besinnungslos Besoffene in den Straßen.
   Wozu das alles?
   Weshalb müssen die Deutschen immer übertreiben?
   Warum geht beim Anblick von Schwarz-Rot-Gold der Verstand gleich mit über Bord?
   Oh, ich höre schon die Gegenstimmen: Man solle das alles nicht so eng sehen, man solle nicht so überkritisch sein, man solle ein bißchen Spaß haben. Aber selbstverständlich - wenn mir nicht bereits bewußt gewesen wäre, daß diese schwarzrotgoldene Stimmung dazu benutzt wird, sie entsprechend zu instrumentalisieren. Schon wollen Rechtsgesinnte wie der Publizist Arnulf Baring hinter dieser Stimmung mehr sehen als "nur die Party und das Vorübergehende". So meinte er in der Sendung Busch@n-tv (Hervorhebung von n-tv):

"Es ist mehr als nur Partylaune. Ich glaube, dass die Deutschen in diesem neuen Jahrhundert ein gelasseneres und in vieler Hinsicht positiveres Verhältnis zu sich selber haben. Die Deutschen haben das Gefühl: Wir sind doch eigentlich viel vernünftiger, viel moderner, viel zuversichtlicher, viel besser als wir sonst erscheinen - als Nörgler und Miesepeter. Jetzt können wir stolz auf uns selber sein. Wir können diese Freude genießen und diese Freude aber nicht in irgendeiner Weise missbrauchen, um uns über andere Völker zu erheben. Das ist ja das Schöne an dem Ganzen.

Durch eine solche gemeinsame fröhliche Erfahrung, wächst man ein Stück in das eigene Land hinein. Zur Party gehört auch, dass man merkt: Es ist doch eigentlich schön, dass es Deutschland gibt und dass ich selber einer bin. Es gab ein lange Abneigung sich mit Deutschland zu identifizieren und das allmählich Gott-sei-dank vorbei. Wir werden die Zukunft nur hinbekommen, wenn wir ein positives, vertrauensvolles Bild von uns selbst haben.

Der größte Teil der Wirtschaft ist Psychologie: Wenn die Leute meinen, dass es klappen könnte, klappt es auch.

Wenn keine der Parteien, keiner der führenden Politiker imstande ist, diese positive Stimmung, dann wird aus dieser ganzen großen Koalition nichts werden und aus einer kleinen auch nicht. Wenn wir nur über Eigenheimzulage und Pendlerpauschale reden, dann sind wir so kleinkariert wie wir uns gelegentlich vorkommen."

Mit einem Wort: Deutschland soll endlich die Vergangenheit abstreifen, unter der diese bedauernswerten Rechtsgesinnten seit 1945 besonders gelitten haben, da ihre rechtsnationalen Sprüche mit Verweis auf die grausame Hitlerzeit abgeschmettert worden waren. Mit dem momentanen "Nationalgefühl" soll es wohl gelingen, das Dritte Reich nicht mehr als Totschlagargument gegen Parolen à la "Stolz auf Deutschland sein" benutzen zu können.

Es wunderte mich schon immer, warum ich stolz auf diesen Flecken Erde sein soll. Stolz kann man nur auf das sein, was man selbst geschaffen und getan hat - aber auch das gilt nicht immer -, und Deutschland habe ich weder geschaffen noch getan.
   Hier bin ich geboren, hier lebe ich, hier bin ich zu Hause. Angesichts dieser CDU- und SPD-dominierten Regierungen, die meine "Mitdeutschen" lächerlicherweise immer und immer wieder an die Spitze dieses Landes wählen, ist es schon Leistung genug, hier überhaupt zu leben. Aber stolz darauf zu sein, das wäre wahrlich eine Gefühlsverzerrung. Eher sollte man beschämt, peinlich berührt und sogar wütend darüber sein, daß in diesem Lande Leuten von Baring, Hundt, Rogowski über Merkel, Schröder, Westerwelle bis hin zur allerletzten "Big-Brother"- oder "Superstar"-Null gegeben wird!

Deshalb wäre es um soviel angenehmer, würden die Menschen hierzulande nur einen Bruchteil jener Begeisterung, die sie für die deutsche Nationalmannschaft auf die Straße gehen läßt, für ihre eigenen Belange einsetzen...

      ...und all den erwähnten Leuten die rote Karte zeigen, statt sie sich von Bild und Spiegel zu unseren Vorbildern (v)erklären zu lassen!
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Gerhard Wisnewski via Jour 
Monday, 12. June, 2006 - Allgemein
War Ihnen der Domainname der informativen Seite Gerhard Wisnewskis zu lang oder fragten Sie sich: die Adresse mit oder ohne Bindestrich, heißt er Wisnewski, Wisnewsky oder Wischnewski?!? Damit ist nun Schluß. Wenn Sie nun dorthin gelangen wollen, brauchen Sie lediglich

 

jour.de



in das Adreßfeld Ihres Browsers einzugeben, flugs werden Sie zu

www.gerhard-wisnewski.de

weitergeleitet.

(Selbstverständlich sollten auch weitere Verweise auf interessante, informative und kritische Seiten nicht unbeachtet bleiben, siehe rechts oben unter "Links".)


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Abgehartzt - Propaganda statt Beweise bei Hartz IV 
Thursday, 08. June, 2006 - Politik, Medien
Vor einigen Tagen war landauf, landab zu lesen von: "Schärfere Sanktionen" (n-tv), "Sanktionen für Arbeitsunwillige beschlossen" (ZDF), "Arbeitsunwillige werden hart sanktioniert" (Focus), "Druck auf Langzeitarbeitslose steigt" (MDR), "Jobverweigerern droht Streichung von ALG II" usw. usf. Entlang der offiziellen Linie bastelten auch die etablierten Medien an der Kampagne gegen "Arbeitsunwillige". Es schien so, als sei für Arbeitslose ganz Deutschland ein Selbstbedienungsladen: Jeder steckt auf Kosten der Allgemeinheit ein, soviel er kann.
   Vergeblich suchte man jedoch hinter diesen Schlagzeilen genauere Zahlen, etwa wie viel durch Mißbrauch dem Staate verlorengeht oder wie hoch die Zahl der Hinterzieher eigentlich ist. Erst ein Blick auf die NachDenkSeiten brachte mehr Licht in diese Angelegenheit:

"Ganz versprengt, in der Thüringer Allgemeinen findet man eine knappe Meldung der Bundesagentur für Arbeit: Nach belastbaren Zahlen seien lediglich 26 Millionen Euro an Leistungen zu Unrecht ausgezahlt worden. Allenfalls 5 % der Langzeitarbeitslosen hätten Alg II zu Unrecht neben weiteren, nicht angegebenen Einkünften erhalten."

Über einen weiteren Link gelangt man schließlich zu einem Blog-Eintrag bei Pickings.de: "Wissenschaftliche Studien zum Missbrauch von Sozialleistungen nicht bekannt".
   Kurz gesagt: Mitte Dezember 2005 hatte die Fraktion der Linkspartei die Bundesregierung gebeten, einige erklärende Aussagen zu dem im August 2005 erschienenen Report "Vorrang für die Anständigen - Gegen Missbrauch, 'Abzocke' und Selbstbedienung im Sozialstaat" abzugeben. Was die Bundesregierung daraufhin als Erklärung abgab, muß man sich auf der Zunge zergehen lassen (siehe Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage (...) - Drucksache 16/222):
   
"Ziel des Reports war es, durch die pointierte Darstellung von ausgewählten Fällen die Öffentlichkeit auf die Problematik des Leistungsmissbrauchs aufmerksam zu machen. Eine wissenschaftliche Begleitung war zur Erreichung dieses Zieles nicht erforderlich."

Pardon, liebe Bundesregierung, aber worin besteht die "Problematik des Leistungsmißbrauchs", wenn diese nicht durch stichhaltige Argumente untermauert wird? In gleicher Weise könnte man sich Einzelfälle herauspicken, in denen Politiker ungerechtfertigt "Schatteneinkommen" (Einkommen aus Regierungs- und Abgeordnetenmandat) bezogen haben, in illegaler Weise Spenden annahmen und die Spendernamen flugs "vergaßen" oder sogenannte Privatkredite von überaus freundlichen Lobbyisten erhielten - all diese Fälle sind aktenkundig -, und diese Einzelfälle ließen sich auf das Gros der Politiker übertragen. Eines Argument oder gar eines Beweises bedürfte es dazu nicht; es genügte allein die Behauptung, wie die Bundesregierung sehr deutlich zeigt.

"Der Bundesregierung sind wissenschaftliche Studien bezüglich des Missbrauchs von Sozialleistungen durch die Bezieher der Grundsicherung für Arbeitsuchende oder über die Höhe des Missbrauchs von Eingliederungsleistungen, die auf der Grundlage der zum 1. Januar 2005 in Kraft getretenen Grundsicherung für Arbeitsuchende gewährt wurden, durch Unternehmen nicht bekannt."

Erneut bitte ich um Pardon, liebe Bundesregierung, aber wenn Sie nun zum zweiten Male bekennen, daß es weder wissenschaftliche Studien noch genaue Zahlen gab, Sie also lediglich zu Einzelfällen griffen, so ist in dieser "pointierten Darstellung von ausgewählten Fällen" nur eines zu sehen: Das Aufhetzen des (noch arbeitenden) Volkes gegen Arbeitslose, um von der eigenen Inkompetenz, wenn nicht gar der eigenen Korrumpierung abzulenken. Mit Unterstützung der Wirtschaft und der Medien schaffen Sie ein soziales Klima, das allmählich das Volk entsolidarisieren soll und so den Weg für weitere "Reformen" bereitet, die dann natürlich notwendig werden.
   Dies gleicht einer selbsterfüllenden Prophezeiiung.
   Wie weit wollen Sie das noch treiben: heute mißbrauchen Arbeitslose das Hartz IV, morgen mißbrauchen Behinderte den Grundsicherungsanspruch, übermorgen mißbrauchen alte Menschen die Pflegeversicherung?

Klingt dieser Vorwurf möglicherweise allzu drastisch? Au contraire! Denn wie wir nun begriffen haben sollten, braucht unsere Regierung weder Argumente noch Beweise, um gegen bestimmte Bevölkerungsgeschichten zu hetzen. In einer anständigen Demokratie hätte solch eine Hetze freilich keinerlei Chance. Doch dank der freundlichen Unterstützung von Wirtschaft und etablierten Medien wird ihr in unzähligen Ausführungen und Reportagen ein scheinbar argumentativer Anstrich verliehen, bis selbst der letzte Kritiker zu der Einsicht gelangt:

Irgend etwas Wahres muß an der Sache schon dran sein!


Siehe auch:

- Neues Deutschland, 06.06.2006: BA dementiert Betrugspropaganda


Nachtrag: Dieser Artikel erschien am 11.06.2006 bei www.gerhard-wisnewski.de.
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Gute Nacht, Frau Bauer! 
Thursday, 11. May, 2006 - Medien
Kurz nach Mitternacht landete ich zufällig bei der ARD-Sendung "Nachtmagazin". Selbstverständlich durfte auch hier die kommende Fußballweltmeisterschaft nicht fehlen. Wäre das runde Leder allerdings derart holprig wie die Grammatik der "Nachtmagazin"-Redakteure, gäbe es bei der Weltmeisterschaft nur unansehnliche Spiele zu sehen.

So kündigte Moderatorin Gabi Bauer den folgenden Bericht damit an, es werde der "perfekteste" Rollrasen in den WM-Stadien verlegt. Vielleicht kann Frau Bauer ja in der nächsten Sendung einmal definieren, was noch perfekter als perfekt ist. Dann könnte sie außerdem erklären, was sie meint, wenn sie von "WM-mäßig" spricht: hinsichtlich der WM, die WM betreffend oder gar eine mäßige WM?
   In dem Bericht über die Verlegung des Rollrasens durfte sich auch dessen Züchter äußern. Daß er ein Holländer ist, mußte man sich jedoch zusammenreimen, weil die Einblendung unter seinem Namen eher einer grammatischen Hieroglyphe glich: "Rasenzüchter Holland". Dabei wäre es doch überhaupt nicht schwer gewesen, eine halbwegs akzeptable Beschreibung zu basteln: Rasenzüchter aus Holland oder Holländischer Rasenzüchter oder wenigstens Rasenzüchter (Holland). Aber das scheint bereits zu schwer für deutschsprachige Redakteure zu sein.

Freilich kann man dies als Erbsenzählerei - oder in diesem Falle: Grashalmezählerei - abtun, denn es wird kaum jemanden geben, der die deutsche Sprache perfekt beherrscht. Darum geht es auch nicht. Es geht darum, daß ausgerechnet die Menschen, zu deren Handwerkszeug die deutsche Sprache gehören sollte, mit jedem Tag ein neues Armutszeugnis abliefern, so daß man sich fragt, welche Qualifikation in den Medien überhaupt gefragt ist - dummes Zeug reden und schreiben kann es ja wohl nicht sein.
   Und wohlgemerkt: Es sind die gleichen Medien, die vor wenigen Jahren unaufhörlich über das Thema PISA-Studie berichteten! Es zeugt von Peinlichkeit und gewisser Komik, wenn sich ausgerechnet diejenigen über mangelndes Wissens beklagen, die ihr eigenes verlottern lassen.
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Protest ist angesagt! 
Wednesday, 10. May, 2006 - Politik
Wie oft habe wir das bereits gehört: Die Menschen hierzulande müssen Opfer bringen, den Gürtel enger schnallen und Verzicht üben.

Diese Aussagen werden allerdings nicht wahrer, indem sie von Politikern wie Merkel und Müntefering oder Arbeitgebervertretern à la Rogowski und Hundt gesagt und von den Massenmedien unüberlegt verbreitet werden. (Ja, ja, die Sachzwänge der Journalisten, die eigentlich selbst um ihre Stellen fürchten müssen und keine Zeit mehr haben, um etwas zu recherchieren und deshalb lieber gleich Pressemitteilungen und Behauptungen eins zu eins übernehmen.)
   Statt einmal davon auszugehen, daß die oben erwähnten Personen nicht fähig oder nicht willens sind, etwas für statt ständig gegen die Menschen in diesem Lande zu tun, werden bei mangelnden Ergebnissen nicht etwa die Fehler bei sich selbst gesucht, sondern den Menschen vorgeworfen, sie hätten sich nicht genug bemüht.

Anders gesagt: Politiker denken nur in Wahlperioden, Arbeitgeber an noch größeren Profit: beides sichert ihre eigene Existenz. Deswegen muß solchen Leuten keinen Vorwurf machen - so schwer das auch fällt -, aber die Bürgerinnen und Bürger müssen verstehen, daß Politiker und Arbeitgeber den Teufel tun werden, um an dieser Situation etwas zu ändern. Die Entscheidungsträger berühren solche Situationen nur unmittelbar: Nach einigen Jahren scheiden sie aus ihren Ämtern und Posten aus, und wenn es gut läuft, dürfen sie Jahre später altersweise in Gesprächsrunden auftreten und die aktuelle Politik anprangern, zu deren Verlauf sie selbst noch beigetragen hatten, siehe Norbert Blüm, siehe Heiner Geißler, siehe Olaf Henkel.
   So stört es sie nicht, wenn die Karre im Dreck festsitzt und das Volk sich ständig bemüht, ihn wieder flottzumachen - denn schließlich läßt sich das Volk noch viel zu oft gefallen, nicht nur schuld daran zu sein, daß der Karren im Dreck steckt, sondern daß es sich angeblich gar nicht bemüht, daran etwas zu ändern.

Doch diese Vorwürfe und Beleidigungen, mit denen uns permanent das Dasein vermiest wird, dürfen so nicht mehr hingenommen werden. Sonst werden wir weiterhin passiv handeln und aktiv leiden. Deshalb: Protest!


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Nicht aus dieser Welt 
Wednesday, 10. May, 2006 - Allgemein
Aus gesundheitlichen Gründen habe ich es leider versäumt, die Essays, Kommentare und Pamphlete fortzuführen. Verwaist sind diese Seiten aber auf keinen Fall!

Und so möchte ich mit Marius Müller-Westernhagen sagen:

Ich bin wieder hier,
in meinem Revier,
war nie wirklich weg,
hab mich nur versteckt.


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Baff betrunken an der Erwart-Bar 
Thursday, 26. January, 2006 - Medien, Allgemein
Vorgestern abend meinte ein Kommentator auf Eurosport, der Fußballspieler sei baff erstaunt gewesen.
   Oops, someone did it again?!
   Denn natürlich heißt es nicht baff erstaunt. Entweder ist man baff oder man ist bass erstaunt, wie bereits der "Zwiebelfisch" Bastian Sick schrieb: ZWIEBELFISCH-ABC.

Doch auch öffentlich-rechtliche Sender mischen eifrig an der Verwurstung der deutschen Sprache mit. So meinte kürzlich ein Kommentator während eines Eisschnellauf-Wettbewerbes, das Ergebnis sei erwartbar gewesen.
   Man mag den Duden wälzen, wie man will, aber "erwartbar" wird man dort nicht finden. Etwas ist zu erwarten, nicht jedoch ist etwas erwartbar.

Eines muß man diesen Sprechern, deren Handwerk eigentlich das Sprechen sein sollte, lassen: Sie wissen mit der Sprache phantasievoll umzugehen! Nur darf man als gemeiner Zuschauer und Zuhörer nicht so "erwartbarig" sein, daß diese Leute noch immer wüßten, was sie sagen, wenn sie etwas sagen, das sie uns sagen müssen, obwohl es unsagbar bis unsäglich ist.
    Wäre da nicht zu überlegen - oder gar überlegbar? -, diese Sprecher zu zwingen, sich ihre eigenen Kommentare so lange anzuhören, bis sie Besserung geloben?
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Wie human kann eine Katastrophe sein? 
Friday, 06. January, 2006 - Medien
Wenn man bei Google nach der Phrase "humanitäre Katastrophe" sucht, erhält man ungefähr 43.000 Treffer.

Dieser Begriff läßt wieder einmal erkennen, welchen Unsinn Medien verbreiten und wie sehr er von Menschen gedankenlos nachgeplappert wird.
   Denn wie soll man sich eine humanitäre Katastrophe vorstellen? Der Begriff humanitär besagt nämlich lt. Duden: menschenfreundlich, wohltätig. Und eine Katastrophe wird als Unglück(sfall) großen Ausmaßes, Verhängnis, Zusammenbruch bezeichnet. Demnach ist also eine humanitäre Katastrophe beispielsweise ein wohltätiges Verhängnis oder ein menschenfreundlicher Unglücksfall?

Offenbar mußte sich erst in den Köpfen der Medienmacher ein menschenfreundlicher Zusammenbruch einstellen, um zu solchen unsinnigen Ausdrücken zu greifen.
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Werbung? Nein, danke! 
Thursday, 05. January, 2006 - Allgemein
Wer kennt das nicht: Man öffnet seinen echten oder digitalen Briefkasten und findet Werbung vor, die man gar nicht will. Leider nutzt es meistens nichts, wenn man darauf hinweist, daß man keine Werbung wünscht. Oder einmal anders gesagt: Aus welchem Grund glauben all die Unternehmen, daß es für Otto Normalverbraucher keine größere Freude gibt, als ständig von Werbung beglückt zu werden?
   Wäre es angesichts dieser Werbeflut, daß sogar in Städten zusätzlich Pfähle mit rotierenden Leinwänden in den Boden gestampft werden, nicht einmal an der Zeit, die ganze Sache herumzudrehen, etwa in der Form, daß der Verbraucher ausdrücklich darauf hinweisen muß, wenn er Werbung wünscht? Freilich gefiele dies Werbe- und sonstigen Unternehmen gar nicht, aber angesichts der immer ausgefeilteren Maßnahmen (z. B. "Scoring"), mit denen sie Verbraucher zu überwachen versuchen, wäre das überlegenswert.

- Quarks & Co, Big Brother is watching

- Die Bannerserver-Killer-Seite, Die Kleinweich-Story
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Wenn sie wieder lügen (2) 
Wednesday, 04. January, 2006 - Medien
Daß der Spiegel ebenfalls zur "Koalition der Willigen" gehört, wurde gestern bereits festgestellt. Doch ob Tucholskys Worte wenigstens einige Menschen in den Hamburger Schreibstuben grübeln läßt? Die Hoffnung darauf sinkt, wenn man sehen muß, wie auf den Spiegel-Seiten mit Kurt Tucholskys "Rosen auf den Weg gestreut" umgegangen wird:

- "Ihr müßt sie Palmen sie umwandeln" - zweimal sie?
- "Pfeift eierm Hunde, wenn er sie ankläfft" - eierm?

(Spiegel, Projekt Gutenberg-DE)

Wer auch immer dafür verantwortlich ist, mit Tucholsky scheint er oder sie es nicht so sehr zu haben: schnell dahingeschludert und ab damit! Und im Internet findet man hie und da diesen Text mit exakt den gleichen Fehlern, da dem Spiegel leider noch allzuoft blindlings vertraut wird und sich alles ja so schön schnell mit "Copy & Paste" übertragen läßt.
   Wie mag es wohl mit dem vielen, vielen anderen Texten aussehen, wenn schon in einem solch kleinen Gedicht Flüchtigkeitsfehler begangen werden. Oder befinden sich die Texte auf der Flucht - vor dem Spiegel? Zu verdenken wäre es ihnen nicht.
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Wenn sie wieder lügen 
Tuesday, 03. January, 2006 - 9/11 - Der 11. September 2001, Medien
1. Alle Kriegsherren haben einen gemeinsamen Feind: die Wahrheit.
2. Kein Volk ist besser oder schlechter als dein eigenes.
3. Jeder Krieg ist eine Niederlage. Denn Krieg vernichtet Leben.
4. Wer Krieg im Namen Gottes führt, ist stets des Teufels.
5. Es gibt weder gerechte noch heilige Kriege.

(Kurt Tucholsky, "Wenn sie wieder lügen")

"2000 US-Soldaten und 30.000 Zivilisten starben im Irak" - so war es am 26. Oktober 2005 bei Spiegel Online zu lesen.
   Welch ein "ausgewogener" Bericht: In den acht Absätzen des Artikels handeln fünf von den Toten unter den US-Soldaten und einer von den Toten unter der "Koalition der Willigen". Die 30.000 irakischen Zivilisten - Opfer unter den irakischen Soldaten gab es offenbar nicht? - scheinen beim Spiegel keinen hohen Stellenwert einzunehmen, wird über sie erst anschließend in einem einzigen Absatz näher eingegangen, um danach wieder der US-amerikanischen Soldaten zu gedenken und den Präsidenten George W. Bush mit den Worten zu zitieren: "Wir haben im Krieg gegen den Terror einige unserer besten Männer und Frauen verloren".

Bei einer solch verzerrten Wirklichkeitswahrnehmung muß man sich ernsthafte Sorgen um den Gesundheitszustand der Spiegel-Redakteure machen. So nimmt es auch nicht wunder, daß dieses rotweiße Boulevardmagazin seine Leser glauben läßt, der 11. September sei aufgeklärt und die US-amerikanische Aufforderung zum Kampf gegen den weltweiten Terrorismus gerechtfertigt.

Propaganda mission accomplished, Herr Aust - zurück ins Glied!
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Vertrauen 
Monday, 02. January, 2006 - Gedanken und Gedichte
Vertrauen

Es ist schön, sagst Du,
Vertrauen zu haben
- dann hab es doch!
Was ist die Enttäuschung
- von der Du nicht weißt,
ob sie passiert -
gegen das Gefühl
Vertrauen zu haben?

(Jörn Pfennig)

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Ein Loblied auf die Staatsunternehmen 
Sunday, 01. January, 2006 - Gedanken und Gedichte, Allgemein
Eine merkwürdige, aber wahre Begebenheit, die mir vor einigen Jahren auf der Post in Höchst (Frankfurt am Main) widerfuhr:

Ich stand in der Warteschlange und kam gerade an die Reihe. Da rief hinter meinem Rücken eine Dame mittleren Alters leicht gehetzt der Postangestellten zu: "Entschuldigung, wo kann ich denn hier telefonieren?" Die Angestellte: "Telefonieren? Aber doch nicht in der Post!"

Vor zehn Jahren hätte diesen Witz noch niemand verstanden. Ich entsinne mich daran, daß es selbst in der kleinen Post meines Heimatortes Zeilsheim (Frankfurt am Main) eine Telefonzelle gab. Doch irgendwann, nachdem die Deutsche Bundespost privatisiert worden war, verschwand wie so viele Postfilialen auch diese.
   Wie seltsam wirkt es, wenn man in den vielen Jahren seiner Jugend an diesem Postamt vorbeikam, doch eines Tages all das, was früher gut gewesen war, auf einmal nicht mehr gut genug sein sollte.
   Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Infrastruktur der Bundespost mit Steuergeldern aufgebaut, und die Bürger bezahlten für die Postdienstleistungen Gebühren. Doch irgendjemand, der offensichtlich nur den finanziellen Vorteil sah, kam zu der Ansicht, daß nach fünfzig Jahren dieses Staatsunternehmen zu teuer sei. Das gleiche galt für die Deutsche Bundesbahn. Und so haben wir heute die Deutsche Telekom AG, die Deutsche Post World Net AG, die Deutsche Bahn AG sowie viele kleine Tochterfirmen.

Fortsetzung folgt...
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Same procedure as every year? 
Saturday, 31. December, 2005 - Medien, Allgemein
Jedes Jahr das gleiche: Silvester! Wieder "Dinner for One", wieder unsägliche Jahresendfeiern mit Prominenten und Möchtegern-Prominenten. Für wen wird eigentlich ein solches Fernsehprogramm gemacht: für Kinder, die nicht erwachsen geworden sind? Oder wird dieses Programm von Redakteuren gemacht, die - vielleicht sogar berechtigt - in ihrer Überheblichkeit annehmen, daß ein solches Programm für das gemeine Publikum ausreicht?
   Wer diesen Unsinn nicht sehen möchte, weil er noch über genügend Verstand verfügt, sollte für mindestens drei Monate die GEZ-Gebühren erstattet bekommen - als Schmerzensgeld!
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